Kultur Wuppertal: Lampen werden zu Himmelskörpern

Wuppertal · Cornelia Greef stellt im Nautilus Studio aus.

Cornelia Greef (r.) stellt im Nautilus Studio von Yvette Endrijautzki aus.

Cornelia Greef (r.) stellt im Nautilus Studio von Yvette Endrijautzki aus.

Foto: anna schwartz

Leichtigkeit strahlen Cornelia Greefs Collagen aus. Abbildungen von Menschen und Gegenständen ordnet sie so geschickt an, dass sie zu schweben scheinen. Sogar Betonbauten wirken so, als könnten sie die Schwerkraft mühelos überwinden. Aus ihren ursprünglichen Kontexten gelöst, werden Innen- zu Außenräumen, Designerlampen zu Himmelskörpern. Vor diesen Kulissen treten unter anderem Tänzerinnen, Astronauten und Aliens auf.

Diese schwebenden Welten schafft Cornelia Greef mit einfachsten Mitteln. Skalpell, Kleber und Fotos aus Zeitschriften – mehr braucht die Künstlerin nicht, um aus realen Bildelementen fantastische Collagen zu machen. „Alles hat seinen Ursprung in Bestehendem“, resümiert Yvette Endrijautzki von der Galerie Nautilus. Doch ist es nicht nur dieser nachhaltige Ansatz, der die Galeristin dazu brachte, Greefs Arbeiten unter dem Titel „Surrealities“ auszustellen. Deren „analoge Collagen“ sieht sie als zweidimensionales Pendant zu den eigenen Objektassemblagen, die Endrijautzki in ihren Räumen zeigt.

Fantastische Collagen aus
realen Bildelementen

Greefs Kunst hat zumindest dreidimensionale Vorläufer. Während des Architekturstudiums in Düsseldorf hat sie viel mit Modellen aus Pappe gearbeitet und damals schon das Skalpell eingesetzt. „Das ist ein ähnliches Tun“, sagt die 47-Jährige. „Sonst würde es mir auch nicht so viel Spaß machen.“

Das Collagieren hat Greef freilich erst 2019 für sich entdeckt. Los ging es mit einem Stapel Zeitschriften, den sie von einer Architekturmesse nach Hause brachte. Zum Wegwerfen zu schade, befand sie und machte sich daran, aus dem reichen Material Bildkompositionen zu „puzzeln“.

„Totales Eintauchen“ in das Komponieren der Bilder

Familie und Freunde ermunterten sie, die fertigen Arbeiten in den Sozialen Medien zu veröffentlichen. Das führte zu ersten Ausstellungen am Wohnort Düsseldorf, und mit „Surrealities“ kann Greef nun auch in ihrer alten Heimat Wuppertal ihr Schaffen zeigen. Kreativ wird sie in ihrem Atelier, das sie sich im vergangenen Jahr eingerichtet hat. Nach der Arbeit und am Wochenende entstehen die Collagen wie nebenbei. „Das gibt mir eine innere Ruhe“, erklärt Greef. Sie liebe das „totale Eintauchen“ in das Komponieren der Bilder, „sodass ich die Zeit darüber vergesse.“

Als Fundus dienen ihr Zeitschriften aus allen möglichen Bereichen – von Architektur über Design bis zum Film. Inzwischen sei es der Freundeskreis, so Greef, „der Zeitschriften für mich sucht“. Eine weitere Schatzgrube sind für sie vergriffene Magazine, die sie bei Internetauktionen ersteht.

Cornelia Greefs Collagen sind bis August in der Nautilus-Galerie (Osterfelder Straße 6) zu sehen. Bei der Finissage am Samstag, 26. August, ist die Künstlerin anwesend. Ein Besuch der Ausstellung ist nach Vereinbarung möglich. Kontakt:
[email protected]