Gesellschaft Wuppertal: Gemeinsam für die Demokratie

Ronsdorfer setzen Zeichen für das Grundgesetz.

 Um auf die Bedeutung des Grundgesetzes hinzuweisen, hielten die Ronsdorfer die Artikel auf Schildern in die Luft.

Um auf die Bedeutung des Grundgesetzes hinzuweisen, hielten die Ronsdorfer die Artikel auf Schildern in die Luft.

Foto: Matthi Rosenkranz

75 Jahre Grundgesetz waren deutschlandweit ein Grund zum Feiern, aber auch ein Grund, sich mit der Demokratie und der derzeitigen Situation auseinanderzusetzen. Wie auch in Ronsdorf beim „Zusammenstehen für Demokratie“ auf dem Bandwirkerplatz. Zahlreiche Menschen sammelten sich im Zentrum von Ronsdorf, lauschten der Musik von Gerhard von der Heyden und den Worten vom Pastor der freien evangelischen Gemeinde, Sebastian Straßburger.

Seit 75 Jahren schafft das Grundgesetz sozialen Frieden in Deutschland, so Straßburger, überstand die DDR, die Remilitarisierung und linken Terror. „Väter und Mütter des Grundgesetzes waren von einem Gedanken getrieben. Nie wieder sollen sich die deutschen einen totalitären Staat schaffen. Ein totalitärer Staat produziert immer menschenunwürdige Zustände“, beschrieb der Pastor das Ziel des Grundgesetzes. Doch gerade jetzt, wo rechten Parteien Wahlerfolge prognostiziert würden, wo Antisemitismus auch in gebildeten Milieus wieder Fuß fasse und wo sich Europa in Autokratien verfestige, sei es an der Zeit, für Demokratie zusammenzustehen.

Dafür braucht es die Menschen. „Eine Demokratie besteht aus Menschen und Institutionen, die diese Demokratie leben“, weiß Straßburger. Es schütze die Bürgerinnen und Bürger vor dem Staat, begebe sich aber gleichzeitig in deren Hände. Eine Demokratie könne sich erfolgreich gegen ihre Feinde wehren, aber sie kann sich ihre Freunde nicht schaffen, sonst würde sie selbst totalitär werden. Freunde, das sind Mitspieler, die sich einsetzen, für Presse-, Religions- und Glaubensfreiheit. Ob Institution, Verein oder Familie, jeder könne zum Freund der Demokratie werden. Insbesondere jetzt, wo wir Freiheiten durch eine einseitige Markt- und Wachstumsorientierung abgeben würden, betont Straßburger.

Mit musikalischen Einlagen untermauerte Gerhard von der Heyden die Rede. Er sang unter anderem das Gedicht „Was keiner wagt…“ von Lothar Zenetti. Die Verse regten zur Emanzipation an, und dazu, zu seiner eigenen Meinung zu stehen und mit Optimismus durch die Welt zu gehen.

Pfarrerin Ruth Knebel lud alle zum Abschluss für ein Foto hinter den Grundartikeln ein. Und so kam es, dass Ronsdorf symbolisch hinter dem Grundgesetz und hinter der Demokratie stand, die Grundartikel stolz hochhielt, repräsentativ für Wuppertal und alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands.