Jahresrückblick: Wuppertal feiert das Straßenfest des Jahres

Jahresrückblick : Wuppertal feiert das Straßenfest des Jahres

Drei Jahre umkurvten die Autofahrer geduldig die Großbaustelle Döppersberg. Seit dem 10. Juli ist die B 7 wieder durchgängig befahrbar. Das wurde ausgiebig gefeiert.

Wuppertal. Es war das fröhlichste und ausgelassenste Wochenende des Sommers 2017. Zigtausende waren an zwei Tagen auf den Elberfelder Straßen unterwegs, um die Wiedereröffnung der B 7 am Döppersberg, den Elberfelder Cocktail und einen verkaufsoffenen Sonntag in der Fußgängerzone zu feiern.

Foto: Fischer

Hauptattraktion war selbstverständlich die neue B 7, die an beiden Tagen zunächst von den Fußgängern erkundet werden durfte. Auf der großen Bühne am Döppersberg spielten erst einmal die Wuppertaler Sinfoniker zur feierlichen Eröffnung, bis in die späten Nachtstunden wurde dann auf der frisch asphaltierten Partymeile getanzt und flaniert, bevor in der Nacht zum Montag Oberbürgermeister Andreas Mucke mit einer Fahrradtour vom Brausenwerth zur Ohligsmühle das neue Teilstück der Bundesstraße frei gab.

Nicht allein das sonnige und regenfreie Sommerwochenende und die reibungslose Organisation der Großveranstaltung hatten zu der großartigen Stimmung beigetragen. Bei vielen Wuppertalern überwog die Freude und auch die Erleichterung darüber, dass sich der Umbau der B 7 und damit des Verkehrsknotenpunkts Döppersberg nicht doch noch zu einer schier endlosen Geschichte entwickelt hatte. Negativbeispiele wie den Berliner Flughafen, Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie gibt es ja zur Genüge.

10. JULI

Eine weitere große Etappe auf dem holprigen Weg zur Vollendung des neuen Döppersbergs wurde dann am 20. November erreicht, als der Fußweg zum Bahnhof von der Fußgängerzone über die neue Geschäftsbrücke und den unteren Platz freigegeben wurde. Fast drei Jahre lang führte der Fußweg aus der City zu den Bahnsteigen am Hauptbahnhof über eine Behelfsbrücke am Köbo-Haus. Dieser beschwerliche Gang blieb den Passanten zum Glück für einen weiteren Winter erspart.

Mit der besseren fußläufigen Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs ist eines der wesentlichen Ziele des Döppersberg-Umbaus erreicht. Früher führte ein Tunnel unter der B 7 zum Hauptbahnhof. Besucher der Stadt, die mit der Bahn anreisten, stiegen erst einmal in den Untergrund hinab, bevor sie die schöneren Seiten der Stadt erkunden konnten. Sich für dieses Eingangstor zur Stadt zu schämen, gehörte über viele Jahre zum Selbstbild der Wuppertaler dazu. Auch das ist eine Erklärung dafür, warum im Sommer so ausgelassen gefeiert wurde. Schließlich ist der neue Döppersberg ein Symbol für den Aufbruch der Stadt und den neu erwachten Stolz seiner Bewohner auf Wuppertal.

Abgeschlossen sind die Arbeiten am neuen Döppersberg damit aber noch lange nicht. Daraus machte die Stadtverwaltung nach der großen Eröffnungsfeier kein Geheimnis. Das offizielle Ende aller Bauarbeiten am neuen Döppersberg wurde auf Ende 2018 festgelegt. Es gibt eine vertragliche Vereinbarung zwischen der Stadt und dem privaten Investor Signature Capital, der das Primark-Gebäude und die Läden auf der Geschäftsbrücke baut, dass bis zum Ende des kommenden Jahres alle vereinbarten Bauarbeiten abgeschlossen sein müssen. Dazu zählen der Busbahnhof, der obere Platz vor dem historischen Empfangsgebäude und die Bebauung am unteren Platz und auf der Geschäftsbrücke mit Ladeneinheiten. Bei Nichteinhaltung ist pro Tag eine Konventionalstrafe in vierstelliger Höhe fällig.

Allerdings werden im Umfeld des Döppersbergs auch in den folgenden Jahren Bauarbeiten fällig sein. Der Wupperpark Ost, geplanter Standort für den Infopavillon und das Café Cosa, wird genau wie der Umbau des Bunkers Brausenwerth zu Disco und Kulturzentrum erst 2019 abgeschlossen sein. Ebenfalls zeichnet sich ab, dass das City Outlet Wuppertal in der früheren Bahndirektion erst 2019 an den Start gehen wird. Bisher hält die Cleesgruppe noch am Eröffnungstermin Ende 2018 fest.

Ein großes Fragezeichen steht noch hinter dem Umbau des historischen Empfangsgebäudes, das die Bahn zum Verkauf angeboten hat. Die Wuppertaler Stadtwerke wollen bis zum Frühjahr klären, ob sie die Immobilien der Bahn, darunter das Fundbüro, kaufen, und damit eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung der Seilbahn-Pläne schaffen. Die Talstation der Seilbahn soll auf dem Grundstück des Fundbüros entstehen.

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