Kommerz Erst Weihnachtsstress, dann Umtauschstress

Wuppertal · Auch nach den Festtagen sind die Geschäfte in Elberfeld voll. Viele Geschenke gehen zurück.

 In diesen Tagen steht der Einkaufswahnsinn Teil II an.

In diesen Tagen steht der Einkaufswahnsinn Teil II an.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Die stressigen Tage sind vorbei und so langsam kehrt wieder Ruhe in den Alltag. Das sollte man zumindest denken, aber in Wahrheit sind auch die Tage nach Weihnachten noch einmal ein Endspurt für den Einzelhandel.

Rund 450 Euro wurden dieses Jahr in Deutschland pro Kopf für Weihnachtsgeschenke ausgegeben, so die Statistik laut de.statisa.com. Aber was ist, wenn die Geschenke nicht so wirklich ankommen und vom Beschenkten nicht gebraucht werden? Viele Geschenke gehen nach den Feiertagen wieder über den Ladentisch zurück oder werden via Paket wieder an den Online-Handel geschickt.

Freundin kaufte Spiel doppelt -
ein Fall für einen Umtausch

Auch in der Innenstadt von Elberfeld sind Menschen mit Paketen unter den Armen zu sehen. Schon am ersten Werktag versuchen viele die Geschenke umzutauschen. „Meine Freundin hat mir dieses Spiel gekauft, aber ich habe mir das vor einer Woche selber gekauft“, so Adrian Schmitte, der zusammen mit seiner Freundin noch ein weiteres Geschenk umtauscht.

Für den Einzelhandel ist es keine Neuigkeit, dass auch nach den Weihnachtstagen und somit zum Ende des Jahres die Kassen noch einmal voll sind. „Manchmal frage ich mich, ob sich die Menschen vor dem Kauf der Geschenke überhaupt noch Gedanken machen“, sagt ein Verkäufer eines Bekleidungshauses. So verbinden viele mittlerweile den Bummel nach den Feiertagen mit dem praktischen Umtausch von Geschenken.

Küchengeräte, Kleidungsstücke, Parfums. Kaum etwas wird nicht umgetauscht. Der Einzelhandel spürt den Online-Handel deutlich als Konkurrenz. „Schon in der Vorweihnachtszeit konnte man merken, dass sich viele Kunden nur umgesehen haben. Wahrscheinlich wurden die Geschenke dann anschließend im Internet gesucht und dort gekauft“, merkt der Inhaber eines kleinen Ladengeschäftes in der Innenstadt an.

Insgesamt herrscht eine wesentlich entspanntere Atmosphäre als in den Tagen vor dem Weihnachtsfest. Die Einzelhändler sind jedes Jahr froh, wenn der Kraftakt geschafft ist. Parallel verläuft in vielen Geschäften zu dieser Jahreszeit noch die Inventur, was den Verkäufern gerade in diesen Tagen noch mehr zu schaffen macht. „Aber mit der richtigen Portion Humor und ein wenig Verständnis ist auch das zu meistern“, sagt die Verkäuferin einer Drogeriekette mit einem Lächeln.