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Wuppertal erhält ein Wohnheim mit Obst- und Krätergärten

Bauprojekt : Wuppertal erhält ein Wohnheim mit Obst- und Krätergärten

An der Max-Horkheimer-Straße sind 132 neue Bleiben für Studenten entstanden - am Donnerstag wurden sie eingeweiht.

1085 Wohnheimplätze bietet das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal (HSW) in unmittelbarer Nähe zur Universität an. Am Donnerstag wurden mit dem Komplex an der Max-Horkheimer-Str. 160 bis 168 weitere 132 Plätze eröffnet.

Diese umzusetzen, war aus mehreren Gründen schwierig, wie HSW-Geschäftsführer Fritz Berger ausführt: „Drei Jahre dauerte es, bis wir die Grundstücke vom landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW zum vollen Marktpreis kaufen konnten.“ Auch galt der erworbene Randstreifen aufgrund der extremen Hanglage und Höhendifferenz als nicht bebaubar. „Den beauftragten Architekten der ACMS Architekten GmbH aus Wuppertal ist jedoch das Kunststück gelungen, diese standortspezifischen ‚Herausforderungen‘ ins Positive zu wenden.“

Für 15 Millionen Euro, mehrheitlich finanziert aus Darlehen aus dem sozialen Wohnungsbau und der KfW-Bank, wurden 132 Wohnplätze realisiert, aufgeteilt in verschiedene Wohnformen. Dazu erklärt Berger: „Pro Einzelappartement stehen 29,5 Quadratmeter samt eigener Küchenzeile zur Verfügung. In den 22 Zweierappartements – Größe je 24,5 Quadratmeter – und den 4er- und 6er-Appartements mit einer Zimmergröße von je 29 Quadratmeter ist die Küche im Gemeinschaftsbereich untergebracht. Jedes Zimmer, auch in den Gruppenwohnungen, hat eine eigene Dusche und Toilette.“ Die monatliche Miete beträgt 274 Euro (dazu kommen 15 Euro Möblierungszuschlag) und enthält alle Nebenkosten und Leistungen, wie einen HighSpeed-Internetanschluss.

Da es in Studentenwohnheimen auch mal lauter zugehen kann, wurden an die Raumtrennwände und Türen sehr hohe Schallschutzanforderungen gestellt, wie Berger betont: „Ruhiges Arbeiten am Schreibtisch, Treffen zum gemeinsamen Essen oder das Feiern einer bestandenen Klausur, das passt nur bei gutem Schallschutz zusammen.“

„Es macht Spaß, direkt
am Wohnheim zu gärtnern“

Auch auf das Umfeld wurde besonderen Wert gelegt. „Auf bienenfreundliche Sträucher wurde ebenso geachtet wie auf heimische Obstsorten und schmackhafte Kräuter, die von den Bewohnern geerntet werden können.“

Das Stichwort lautet „Urban Gardening“ und wird mit Begeisterung aufgenommen, wie Wohnheimtutor und Geschichtsstudent Paul Marx (22) berichtet: „Es macht Spaß, direkt am Wohnheim zu gärtnern, frische Kräuter zu pflücken, dabei weitere Bewohner zum Mitmachen zu animieren und so die Gemeinschaft zu fördern.“

Zugleich hat dieses Projekt mit dazu geführt, dass die neuen Gebäude den „Goldstatus für besondere Nachhaltigkeit“ erworben haben, eine Zertifizierung, die durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen verliehen wird und laut Berger „im öffentlich geförderten Wohnungsbau eine Ausnahme darstellt.“ Weitere Faktoren sind etwa die Reduzierung des Energiebedarfs durch den Passivhaus-Standard und Anschluss an das Fernwärmenetz sowie die weitgehende Herstellung von Barrierefreiheit.

Zugleich waren die Planungen der ACMS Architekten Teil der „Forschungsinitiative Zukunft Bau“ wie Berger erläutert: „Im Rahmen dieses Programms wurde in Wuppertal ein Modulsystem entwickelt, mit welchem Individualräume über unterschiedliche Gemeinschaftsbereiche ‚geschaltet‘ werden können, vom Einzelappartement bis zur Sechs-Personen-Wohngemeinschaft.“