Wuppertal: Die Stadt verändert sich

Wuppertal: Die Stadt verändert sich

Arbeiten am Döppersberg, das Bühnen-Gutachten, der Barmer Bahnhof öffnet — es tut sich was in Wuppertal.

Wuppertal. Dieses Jahr wird für Wuppertal und seine Bürger zahlreiche Änderungen bringen. Mit Spannung wird ein Gutachten zur Finanzierung der Kommunen erwartet, so dass sich die Stadt mit Hilfe von Bund und Land aus der Schuldenfalle befreien kann. Im Februar will der Bund mitteilen, ob er den klammen Städten hilft. Gibt es diese Hilfe nicht, wird Wuppertal etwa Mitte des Jahres überschuldet sein. 2011 kann so etwas wie das Schicksalsjahr für die Stadt sein.

Auf kulturellem Parkett sind Glanzpunkte zu erwarten, gleichzeitig wird sich aber auch an wichtigen Weggabelungen entscheiden, wohin die Reise langfristig geht.

Ein Höhepunkt dürfte die große Alfred-Sisley-Ausstellung werden, die Direktor Gerhard Finckh am 13. September im Von der Heydt-Museum eröffnet.

Eine wegweisende Entscheidung erwarten die Wuppertaler Bühnen. Im neuen Jahr sollen zunächst die Ergebnisse eines Gutachtens vorgestellt werden, das eine engere bergische Zusammenarbeit prüft.

Die Diskussion über die drohenden Sparmaßnahmen wird nun in einer konkreten politische Entscheidung münden, die zwei zentrale Fragen beantworten wird: Können alle Sparten erhalten werden? Und vor allem: Findet sich ein neuer Träger für das renovierungsbedürftige Schauspielhaus?

Wer wird im Juli Nachfolger des scheidenden WSV-Präsidenten Friedhelm Runge? Nicht nur eine wichtige Personalie, sondern die weitere Entwicklung des Profisports in Wuppertal steht in den ersten Wochen des Jahres auf dem Spiel. Ende Februar/Anfang März soll im Rahmen einer Jahreshauptversammlung die neue Führungsmannschaft präsentiert werden. Gesucht werden noch ein Kandidat für das Präsidentenamt sowie weitere Geldgeber, die den Etat für die Saison 2011/12 mit sichern sollen. Kann sich der WSV nicht für die Zeit nach Runge neu aufstellen, dann droht der dauerhafte Abschied aus dem Profifußball.

Entscheidende Veränderungen bahnen sich in der Bäderlandschaft an. Die Freibäder Eckbusch, Vohwinkel und Mirke sowie die Hallenbäder Ronsdorf und Vohwinkel stehen im Sparkonzept der Stadt auf der Streichliste. Überall haben sich Förderkreise gebildet, um Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten. Doch da zum Teil erheblicher Sanierungsbedarf besteht — Paradebeispiel ist das Freibad Mirke, das 2011 definitiv nicht geöffnet wird — ist dies ein schwieriges Unterfangen.

Das liebe Geld: Die Stadtwerke erhöhten am 1. Januar den Strompreis um durchschnittlich neun Prozent. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden sind das nach Angaben der Stadtwerke Mehrkosten von 5,68 Euro im Monat — also 68,10 Euro pro Jahr.

Der Gaspreis soll in der laufenden Heizperiode unverändert bleiben, während die Stadt ihre Gebühren weitestgehend stabil hält: Die Sätze für Schmutzwasser und die Straßenreinigung werden gesenkt, während die Gebühr für Regenwasser und Abfall konstant bleibt. Teurer wird zum Teil der Winterdienst: In Priorität 2 steigt der Satz um 8,1 Prozent von 1,35 Euro auf 1,46 Euro. In Priorität 1 sinkt die Gebühr unterdessen von 1,92 Euro pro Meter auf 1,66 Euro, was einem Minus von 13,5 Prozent entspricht.

Die Gebühr für Schmutzwasser sinkt von derzeit 2,84 Euro auf 2,73 Euro pro Kubikmeter.

Gegen den Widerstand der Stadt verschärft die Düsseldorfer Bezirksregierung ab dem 1. März die beiden Wuppertaler Umweltzonen: Autos mit roter Plakette dürfen nicht mehr hineinfahren.

Aus der Arge Wuppertal ist nun das Jobcenter geworden. Aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichtes musste die Verwaltung der Arge reformiert werden, für die Kunden soll sich nichts ändern.

Nach dem Baustellen-Jahr 2010 geht es am Wuppertaler Wahrzeichen im neuen Jahr etwas entspannter zu — zumindest, was die Pausen angeht: Die Sommerpause fällt 2011 weg, da der Neubau der Wagenhalle um ein Jahr verschoben wird. Im Herbst 2011 pausiert die Schwebebahn für die Baustelle Völklinger Straße. Im April soll die neue Station am Landgericht eingeweiht werden.

Während das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen 2011 in Betrieb geht, laufen weiter unten im Tal die Arbeiten zum Umbau des Döppersbergs nun mit Macht an: Wie berichtet, wird dazu ab dem 9. Januar bis Mitte 2011 die Straße Döppersberg für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Hintergrund sind Arbeiten der Wuppertaler Stadtwerke: Um die Straße Döppersberg an die B 7 anbinden zu können, muss diese abgesenkt werden.

An der Ohligsmühle starten im Frühjahr die Arbeiten für das neue Bürogebäude. Die Nordbahntrasse wird 2011 zwar nicht fertig, aber die Wuppertal Bewegung will auch dieses Jahr weiter Teilstücke eröffnen — die Diskussionen mit der Stadt werden wohl wieder spannend.

Mit dem Barmer Bahnhof und der Wiedereröffnung des Rex beweist Wuppertal, dass die Stadt auch im kulturellen Bereich noch so einiges auf der Pfanne hat.

Mehr von Westdeutsche Zeitung