Wuppertal: Die Gesamtschulen hatten die meisten Anmeldungen

Bildung : Die Gesamtschulen haben nächstes Schuljahr die meisten Fünftklässler

Die Anmeldezahlen zeigen bei allen weiterführenden Schulen eine stabile Nachfrage.

Fast 3000 Kinder werden nach den Sommerferien neu in einer weiterführenden Schule beginnen. Wie sich diese 2941 Schülerinnen und Schüler aufteilen, erläuterte jetzt Schuldezernent Stefan Kühn. Dabei zeigt sich, dass die Gesamtschule bei den Anmeldungen die Gymnasien knapp überholt hat: 956 Kinder werden ab dem Sommer neu eine Gesamtschule besuchen, 928 ein Gymnasium.

Dabei hatten noch mehr Familien den Wunsch, ihr Kind auf eine Gesamtschule zu schicken: Insgesamt 1434 (49 Prozent aller Schüler) haben eine Anmeldung versucht, was ein Höchststand ist. Im vergangenen Jahr waren es 1295 (46 Prozent). In diesem Jahr bekamen 478 Kinder eine Absage. Weil die Anmeldetage für die Gesamtschulen früher liegen, konnten die Familien ihre Kinder anschließend problemlos bei anderen weiterführenden Schulen anmelden. Besonders beliebt ist die Gesamtschule Barmen: Hier mussten insgesamt 432 Absagen verschickt werden.

Die große Nachfrage nach der Gesamtschule zeige, „dass die Entscheidung des Rates für den Bau einer siebten Gesamtschule richtig war“, sagte Stefan Kühn. Es zeige sich zudem, dass nicht die Zahl der Schuljahre bis zum Abitur ausschlaggebend sei. Einige hätten vermutet, Eltern meldeten ihre Kinder an der Gesamtschule an, weil dort das Abi erst nach neun Jahren ansteht. Inzwischen sind aber alle Wuppertaler Gymnasien wieder zu G9 zurückgekehrt.

Gesamtschule in Heckinghausen könnte 2023 fertig sein

Die siebte Gesamtschule der Stadt soll in Heckinghausen im Gebäude des Art-Hotels und auf einem benachbarten Fabrikgelände entstehen. Derzeit liefen die Verhandlungen zum Kauf des Grundstücks, berichtete Kühn. Ende des Jahres soll die so genannte Phase Null beginnen, in der das pädagogische und damit das Raumkonzept für die Schule entwickelt wird. Gibt es keine Komplikationen wegen möglicher Altlasten, könnte der Baubeginn 2021 sein, die Schule 2023 offiziell an den Start gehen. Möglicherweise werden erste Klassen schon vorher beginnen, kündigte Kühn an. Das sei auch bei den Gesamtschulen Barmen und Uellendahl-Katernberg so gewesen.

Bei den übrigen Schulen blieben die Anmeldezahlen weitgehend stabil. An den sechs Hauptschulen der Stadt wurden 235 Schülerinnen und Schüler angemeldet, drei weniger als im vergangenen Jahr. Damit bleiben alle Schulen zweizügig. An der Hauptschule Matthäusstraße, die zum Unmut vieler Eltern demnächst umzieht, gab es mit 46 drei Anmeldungen mehr als im Jahr zuvor. Die Anmeldungen zeigten „die Stabilität im System Hauptschule“, sagte Kühn. „Das ist eine gute Nachricht für uns.“ Andere Städte hätten die Hauptschulen abgeschafft, Wuppertal habe sich zu den Hauptschulen bekannt.

Bei den Realschulen gibt es einen weiteren Anstieg der Anmeldezahlen: 822 Jungen und Mädchen werden im kommenden Schuljahr an dieser Schulform beginnen. Spitzenreiter ist die Friedrich-Bayer-Realschule mit 149 Anmeldungen (Vorjahr 124). Schon im vergangenen Jahr war mit 756 Anmeldungen an den Realschulen einen Anstieg zu verzeichnen gewesen. „Das zeigt, wie beliebt diese Schulform ist“, sagte Stefan Kühn. Um den wachsenden Raumbedarf zu befriedigen, werde zum Beispiel die Max-Planck-Realschule Räume im geplanten Büngerzentrum nutzen, das 2021 fertig sein könnte. Dabei soll es aber gleichzeitig darum gehen, dass die Räume, zum Beispiel Werkräume, auch Bürgern des Quartiers offen stehen. Ein Konzept dafür müsse aber noch erarbeitet werden.

Johannes-Rau-Gymnasium
könnte auch auf die Hardt ziehen

Bei den Gymnasien hat es im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang von 997 auf 928 Anmeldungen gegeben, den Kühn aber als normale Schwankung ansieht. Am beliebtesten ist hier weiterhin das Carl-Fuhlrott-Gymnasium, das 171 Anmeldungen hatte (Vorjahr 186). Kühn freut sich, dass das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium erneut 90 Anmeldungen hat und damit stabil dreizügig weiterlaufen kann. Der Umzug auf die Hardt während der Umbauarbeiten am Johannisberg habe nicht geschadet.

Auch beim Ganztagsgymnasium Johannes Rau an der Siegesstraße gebe es keinen Einbruch: Dort gab es 52 Anmeldungen (Vorjahr: 55). Dieser Schule steht auch eine Sanierung bevor, dafür wird noch ein Ausweichquartier gesucht. Eine Option sei weiterhin die Hardt, so Kühn. Die Frage sei, wie viel Geld die Stadt in die Hand nehmen müsse. Diskutiert werde, das dort bestehende Gebäude zu sanieren oder abzureißen und Module aufzubauen. Offen sei ebenso, ob das Grundstück im Besitz des Landes bleibt oder die Stadt es kauft.

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