Medizin Wuppertal: „Der Bedarf an Blutspenden ist riesig“

Stadt soll stärker mit Blutspendediensten zusammenarbeiten – etwa durch Aktionstage.

 Blutspender können Leben retten. Die Politik stellt sich jetzt die Frage, ob sie mehr Anreize bieten kann.

Blutspender können Leben retten. Die Politik stellt sich jetzt die Frage, ob sie mehr Anreize bieten kann.

Foto: dpa/Oliver Berg

Die Stadt Wuppertal wird aufgefordert, mit Blutspendediensten zusammenzuarbeiten, um die Bereitschaft zur Blutspende zu stärken. Das geht aus einem gemeinsamen Prüfauftrag der Fraktionen von SPD und CDU hervor, der am Dienstag im Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit einstimmig beschlossen wurde.

Die Zahl der Blutspenden sei rückläufig, betonte SPD-Sprecher Lukas Twardowski. Mit dem Prüfauftrag wolle die Politik einen ersten Anstoß geben: „Wie kann die Stadtverwaltung dazu beitragen, dass mehr Blut gespendet wird? Wie können wir Multiplikatoren gewinnen, etwa durch Angehörige der Stadt?“ Andere Städte würden bei diesem Thema mehr Initiative zeigen, so Twardowski, etwa die Nachbarstadt Solingen, deren jährlicher Blutspendemarathon am 20. Mai zum 20. Mal stattfindet.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mache in Deutschland 75 Prozent der Blutspenden aus, berichtete Thorsten Böth, Geschäftsführer für die DRK-Kreisverbände Wuppertal und Solingen. Im vergangenen Jahr habe der Verband in Wuppertal 4500 Blutspenden abnehmen können, davon rund 770 Erstspenden. „Das klingt nach viel, aber wenn man bedenkt, dass pro Tag 14 000 Blutspenden in Deutschland gebraucht werden, ist das zu wenig.“

Die Blutspenden werden unter anderem nach Operationen, in der Krebstherapie, bei Entbindungen, aber auch in der Akuthilfe nach Unfällen eingesetzt. „Der Bedarf ist riesig, denn nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung spenden Blut“, so Böth. „Statistisch gesehen ist jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Leben auf eine Blutspende oder auf Medikamente angewiesen, die aus Blut hergestellt wurden“, heißt es im Prüfauftrag.

Neben Aktionstagen – so sei Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach Schirmherr des Blutspendemarathons, eine Option, die sich Thorsten Böth auch für Wuppertal vorstellen kann – sei die mögliche Kooperation nicht auf bestimmte Termine und Standorte beschränkt. Bisher finden etwa im Barmer Rathaus, in der Elberfelder Innenstadt oder der Mensa der Universität über das Jahr verteilt feste Blutspende-Termine statt. „Wir können auch in Unternehmen gehen, etwa in Tochterunternehmen der Stadt und dort Blutspenden abnehmen“, schlug der DRK-Mann vor.

Böth wies darauf hin, dass darüber hinaus auch im ‚BZW Wuppertaler Blutspendezentrum’ an der Erholungstraße in Elberfeld montags bis freitags Blut gespendet werden könne. Das Zentrum wird betrieben von der BZD Gesellschaft für Transfusionsmedizin in Duisburg.

Marcel Gabriel-Simon, sozialpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, sieht die Initiative als wichtig an, schränkt allerdings ein: „Ein Blutspendemarathon wie in Solingen ist sicherlich eine Möglichkeit, aus unserer Sicht reicht das allein aber nicht aus, sondern es bedarf einer konzertierten Marketing- und Sensibilisierungsaktion.“ Zudem sei zu fragen, ob man neben den gemeinwohlorientierten Organisationen auch privatwirtschaftlich geführte Blutspendezentren mit in die Überlegungen einbeziehen sollte.

Ergebnisse zum Prüfauftrag sollen im Juni vorliegen.

Die nächsten Termine zur Blutspende kündigt das DRK für Freitag, 12. April, 13 bis 17.30 Uhr, in der Rathaus Galerie in Elberfeld an, am Dienstag, 16. April, 15 bis 19.30 Uhr, im Brauhaus an der Kleinen Flurstraße in Barmen sowie am Donnerstag, 18. April, 15 bis 19.30 Uhr, in der Freien evangelischen Gemeinde am Westring 74 in Vohwinkel. Ein Termin kann über die Website reserviert werden:

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