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Wuppertal: Das Jugendcafé findet einen neuen Standort in Barmen

Wuppertal : Das Jugendcafé findet einen neuen Standort in Barmen

In der Nähe des Hauses der Jugend sollen Jugendliche in Zukunft einen Treffpunkt haben.

Die Stadt hat nun einen Standort für das im Herbst 2017 geschlossene Jugendcafé in Barmen gefunden. Damals bekannt unter dem Namen Jim („Jugend im Mittelpunkt“) diente das Jugendcafé nur zwei Jahre lang in der Barmer Schuchardstraße Jugendlichen als Treffpunkt. Doch aufgrund von Lärm, Konflikten und Polizeieinsätzen sah sich die Stadt gezwungen, es zu schließen. Knapp vier Jahre später steht der Standort auf der Höhne/B7 in unmittelbarer Nähe des Haus der Jugend Barmen fest.

„Wir haben immer wieder aktiv gesucht und sind teilweise den Stadtteil begangen“, berichtet Christine Roddewig-Oudnia, Leiterin des Jugendamtes. Wichtig sei vor allem gewesen, dass die Umgebung nicht so eng wie an der Schuchardstraße sei. Außerdem musste ein Ort her, an dem es in Ordnung ist, wenn es mal lauter ist, an dem sich Jugendliche (nach der Pandemie) auch treffen können. Auf der Höhne habe man ohnehin schon eine hohe Lärm- und Geräuschentwicklung. Auch der Geschwister-Scholl-Platz vor dem Haus der Jugend dient vielen als Treffpunkt. „Wir sind auch in enger Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend“, so Roddewig-Oudnia. Das ist von Vorteil, denn wenn es doch mal zu Störungen kommt, könne so nochmal ein Team dazu kommen. Die Stadt sei so personell stärker vertreten, hat aus den Fehlern des Jim gelernt.

„Die Sache ist damals aus dem Ruder gelaufen“, erinnert sich Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU). „Damals entstand eine ständige Begegnung von jungen Menschen, die dieses Café genutzt haben und anderen Jugendlichen in der Gegend.“ Diese Verbindung habe zu Konflikten geführt. Ursprünglich sei das Jim ein Projekt des Jugendrates gewesen, erklärt Christine Roddewig-Oudnia. Ein Ort für Jugendliche, eine Beratungsstelle. Zunächst hätten sich dort Jugendliche aus dem Jugendrat getroffen, aber schon bald hätten die Jugendlichen in Barmen Mitte das Café ebenfalls für sich entdeckt. „Dann bekam das eine Größenordnung, die man vorher nicht abgesehen hat“, sagt Roddewig-Oudnia. Es habe sich gezeigt, dass der Ort ein Stück weit zu klein gewesen sei. Nicht alle haben Platz gefunden, viele Treffen fanden draußen statt. In einem sehr kurzen Zeitraum kam es zur Eskalation mit Anwohnern. Dass soll diesmal anders sein. Das Konzept habe man an die Entwicklung angepasst. Bezirksbürgermeister Lücke zeigt sich zuversichtlich, habe vollstes Vertrauen in das neue Konzept. Aus der Anliegerschaft habe es noch keine Beschwerden gegeben. „Ich wünsche vor allem den Jugendlichen, dass sich die Einrichtung bewährt und wenn sie nutzen für die Jugendlichen bringt, dann bringt sie auch einen Nutzen für den gesamten Bezirk“, so Lücke.

Anlieger freuen sich
über das neue Jugendcafé

Am Standort sind zwei Ladenlokale, die seit langer Zeit leer stehen. Die Lokale seien im hinteren Teil verbunden, bei einem handelt es sich um eine ehemalige Gaststätte – ein Volltreffer für das Jugendcafé also. Der Vermieter habe außerdem eine gewisse Sozialeinstellung, meint Roddewig-Oudnia. Das Jugendcafé soll nämlich als Ort der Entspannung für Jugendliche aus dem Quartier dienen. In City-Nähe soll es Jugendliche in der ganzen Stadt ansprechen. Im anliegenden Büro der Geo GmbH für Immobilien und Finanzierungen freuen sich die Geschäftspartner Cabir Ergin und Vural Virdiloglu, dass „mal ein bisschen Bewegung da ist.“ Die Lokale hätten schon lange leer gestanden, als Immobilienmakler könnten sie sich auch im Lockdown halten. „Wir begrüßen hier jeden herzlich, der an die Straße kommen will“, so Virdiloglu. „Dann ist endlich mal was los hier.“ Auch Georg Zangl, der nebenan ein Gitarren-Lernstudio betreibt, finde es grundsätzlich gut, dass etwas passiert.

Doch bis es soweit ist, steht noch einiges an Arbeit an. Derzeit findet eine Bedarfserhebung statt. Außerdem müssen die Lokale umgebaut werden, es braucht eine Baugenehmigung. Auch wegen der Toilettenanlagen erkundigt sich der Vermieter. Im Lockdown könne das Jugendcafé vorerst ohnehin nicht öffnen. Aber auch während der Pandemie findet die Jugendarbeit im Quartiert weiterhin statt – mit Video und Telefon.