Wuppertal: Carnaper Platz droht der Leerstand

Stadtentwicklung : Carnaper Platz droht der Leerstand

Ziehen die Stadtwerke-Mitarbeiter zum Döppersberg, wird die Nachfrage nach Parkplätzen sinken.

Die Überlegungen der Wuppertaler Stadtwerke, die Konzernzentrale in die Bahndirektion am Döppersberg zu verlegen, sind auf breite Zustimmung gestoßen. Allerdings sind die Verhandlungen mit der Clees-Gruppe als Besitzer der Immobilie noch nicht abgeschlossen. Es gibt zudem auch kritische Stimmen und viele offene Fragen: Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke ist besorgt, dass ein Umzug negative Folgen für die städtebauliche Entwicklung in Barmen haben könnte.

Der bisherige Plan der WSW sah vor, dass der Konzern sein Verwaltungsgebäude an der Bromberger Straße abreißt und mit Gesamtkosten von 46,4 Millionen Euro an gleicher Stelle eine neue Zentrale baut. In der seit 2008 leerstehenden Bahndirektion haben die WSW eine Alternative zum Neubau gefunden. Voraussetzung, dass sie dort als Mieter einziehen können, ist die Absage der Pläne zum Bau eines Factory-Outlet Centers durch die Clees-Gruppe. Zweite Voraussetzung ist, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Stadtwerke dem Umzug zustimmen. Davon geht die Stadt Wuppertal zurzeit jedenfalls aus.

„Diese Entwicklung freut mich zwar für die Elberfelder, aber für Barmen sehe ich einige Probleme. Zudem bin ich sehr enttäuscht, dass die politischen Gremien über die Verhandlungen und Pläne nicht informiert worden sind. Das riecht nach Hinterzimmerpolitik“, sagt Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke. Mit der bisherigen Planung der WSW habe er die Hoffnung verbunden, dass der Bereich zwischen der A 46 und dem Petrus-Krankenhaus durch die Ansiedlung eines großen Möbelhauses an der Hatzfelder Straße, die neue WSW-Zentrale und den sanierten Carnaper Platz ein stadtbildprägendes Gesicht erhalten werde.

Lücke fordert die Stadt auf, zügig Nutzungskonzepte für den Fall eines Umzugs der WSW-Zentrale zum Döppersberg für Barmen zu entwickeln. Die Alternative am Ort könnte Wohnbebauung sein.

„Eine der offenen Fragen ist, ob auch der Betriebshof der WSW an einen anderen Standort verlagert werden sollte, zum Beispiel zum Gelände auf Clausen“, so Lücke. Auf dem Betriebshof an der Schützenstraße sind 1000 WSW-Mitarbeiter beschäftigt. Über das Gelände verlaufen Versorgungsleitungen, ein Teil der Infrastruktur wurde in Vorarbeiten für den Neubau schon neu verlegt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite macht der Umbau des Carnaper Platzes zu einem befestigten und privat bewirtschafteten Parkplatz Fortschritte. „In Gesprächen mit potenziellen Betreibern hat die Stadt bereits auf einen möglichen Umzug der WSW-Zentrale hingewiesen“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Der Umbau des Carnaper Platzes soll im Spätsommer diesen Jahres abgeschlossen sein. Dann wird das Parken auf dem Platz Gebühren kosten. Mit dem Einzug der WSW am Döppersberg rechnet Slawig nicht vor 2022. Nach dem Umzug der WSW-Mitarbeiter könnte die Nachfrage nach Parkplätzen auf dem Carnaper Platz allerdings deutlich zurückgehen. Gestiegen sind die Kosten für die Pflasterung des Platzes - von 677 000 Euro auf inzwischen bis zu 1,1 Millionen Euro. „Wir freuen uns, dass der Platz ausgebaut wird“, sagt Hans-Hermann Lücke. An dieser Einschätzung werde sich auch durch den Wegzug von bis zu 500 WSW-Mitarbeitern nichts ändern. Die Arbeitsplätze am Döppersberg wären mit der Schwebebahn, Bussen und Bahnen zu erreichen. Stellpätze gibt es dort aber auch in dem von den WSW betriebenen Parkhaus gleich nebenan.