Wuppertal: Carnaper Platz: Bald gibt es Tickets

Parkplatz : Carnaper Platz: Bald gibt es Tickets

Kämmerer Slawig will die Parkfläche schon ab Dezember vorübergehend bewirtschaften.

Lange haben die Barmer dafür gekämpft, dass der Carnaper Platz als Veranstaltungs- und Parkplatz erhalten bleibt und attraktiver gestaltet wird. Inzwischen ist die einstige Mondlandschaft eine ordentlich gepflasterte Fläche. Aber es fehlen noch Details, die Bewirtschaftung verzögert sich und hinsichtlich der der Nutzung ist noch nicht alles geklärt.

Seit einigen Wochen können Anwohner, Mitarbeiter der Stadtwerke und Barmenbesucher wieder auf dem Platz parken. „Der ist ganz vernünftig“, stellt Karl-Heinz Emde zufrieden fest, Ehrenvorsitzender des Rotter Bürgervereins und einer der Kämpfer für den Platz. Es fehle aber noch der letzte Schliff.

Ihm reichen die dunkler abgesetzten Flächen nicht, die jetzt Stellflächen von den Fahrwegen unterscheiden. Er will Markierungen der einzelnen Parkboxen. Zudem fehlten Schilder, eine Umzäunung, die bei Veranstaltungen kontrollierte Eingänge ermöglicht, der Elektroanschluss für die Wohnmobilplätze und die Kennzeichnung der Lkw-Stellplätze. „Die machen uns sonst die anderen Stellplätze kaputt.“

Stadt stoppte Ausschreibung
für die Bewirtschaftung

Und er ärgert sich, dass sich die Bewirtschaftung verzögert. Denn derzeit können die Autos wie einst auf dem Schotterplatz kostenlos abgestellt werden. Dabei war der Plan, dass ein Pächter Parkgebühren nimmt und den Platz in Ordnung hält. Doch weil unklar ist, ob die Stadtwerke weiter an der Bromberger Straße bleiben, nachdem ein möglicher Umzug auf den Döppersberg öffentlich diskutiert wurde, hat die Stadt die Ausschreibung gestoppt. Der Wegzug von 500 Mitarbeitern bedeute eine wesentliche Änderung der Nachfrage. Eine neue Ausschreibung sei erst möglich, wenn die Stadtwerke über den künftigen Standort ihrer Hauptverwaltung entschieden haben.

„Dafür habe ich kein Verständnis“, ärgert sich Emde über die Verzögerung. Seiner Meinung nach hätte man die Ausschreibung nur anders formulieren müssen. Er erinnert daran, dass der Bürgerverein schon 2015 einen Interessenten für die Parkraumbewirtschaftung hatte, der auch für Anwohner und WSW-Mitarbeiter Sonderkonditionen ermöglichen wollte.

Auch Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke ist unzufrieden: „Uns wäre an einem Pächter gelegen. Wir haben nichts davon, wenn in zwei Jahren wieder Löwenzahn zwischen den Steinen wächst.“

Auch Kämmerer Slawig sieht Probleme durch die Verzögerung. Bis zur Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung nach einer neuen Ausschreibung vergingen „sicher fünf bis sechs Monate“. Deshalb will er der Bezirksvertretung als Zwischenlösung eine vorübergehende Bewirtschaftung vorschlagen. Um bald Einnahmen zu erzielen und weil es schwierig werden könnte, nach langer Zeit kostenlosen Parkens doch Gebühren zu nehmen. Es gebe bereits Interessenten. Nach seinen Plänen könnte die Bewirtschaftung möglichst schon im Dezember beginnen.

Was das Parken zunächst und später kosten wird, ob Anwohner und WSW-Mitarbeiter Sonderkonditionen erhalten, „darüber müssen wir verhandeln“, sagt Slawig. Solche Sonderkonditionen zu erreichen, sei aber der Auftrag der Bezirksvertretung.

Was der Auftrag der Bezirksregierung hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten ist, darüber besteht noch keine Einigkeit. Klar ist, dass auch Wohnmobile dort Platz finden sollen. Elektroanschluss und Ausschilderung dafür werden noch kommen, verspricht Slawig.

Aber als bei der Lichterzauber-Kirmes in der Barmer Innenstadt einige Schausteller ihre Wohnwagen auf dem Carnaper Platz abstellen wollten, verweigerte die Stadt die Erlaubnis. Sehr zum Ärger von Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU): „Ich dachte, das fiele in die Nutzung mit hinein.“ Doch Slawig erklärte, das sei nur mit einem Beschluss der Bezirksvertretung möglich. Telefonisch erzielte Lücke kurzfristig diesen Beschluss. Und findet jetzt: „Wir sollten uns um eine eindeutige Nutzungsordnung bemühen.“

Darüber hinaus wartet er ungeduldig auf die Entscheidung der Stadtwerke. Die sei wichtig für die Stadtentwicklung des Bereichs. Und auch für den Investor, der an der Hatzfelder Straße ein Möbelhaus plant. Zögen die Stadtwerke weg, könnte die Zufahrt zu dem Möbelhaus ganz anders geplant werden.