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Wuppertal: Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld steht vor der Auflösung

Engagement : Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld steht vor der Auflösung

Nach einem Streit um eine Klage gegen den Regionalplan legte Jochen Plate sein Amt als Vorsitzender nieder.

Der Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld wird sich am Dienstag, 19. Mai, auflösen, wenn bis dahin kein neuer Vorsitzender gefunden wird. Jochen Plate, der den Verein über fünf Jahre geführt hat, kündigte nach einer Auseinandersetzung über die Fläche Hipkendahl im Regionalplan seinen Rücktritt an. Auch sein Stellvertreter Wilfried Kauhaus wird sich nicht zur Wiederwahl stellen. Und ein Nachfolger sei weit und breit nicht in Sicht.

Das war passiert: Jochen Plate wollte als Sprecher der AG „Die Cronenberger“ - ein loser Zusammenschluss aus den Bürgervereinen Küllenhahn, Hahnerberg-Cronenfeld, Cronenberg und den Sudbürgern - gemeinsam eine Klage gegen den Regionalplan der Bezirksregierung anstreben. Darin wird die Fläche zwischen der Hahnerberger Straße und der Siedlung Hipkendahl als „Allgemeine Siedlungsfläche“ aufgeführt. Das würde den Weg für einen Bebauung ebnen.

Jochen Plate gehört zu den schärfsten Gegnern dieser Pläne: „Ich glaube, wir müssen uns juristischen Rat holen. Schreiben und Argumentieren bringt nichts mehr.“ Zumal Plate die Zeit davonlaufen sieht. Der Noch-Vorsitzende des Bürgervereins weist darauf hin, dass der Regionalplan schon Anfang April verabschiedet werden könnte und zeigt sich irritiert, dass der Wuppertaler Bauausschuss die Diskussion um „neue Wohnbauflächen in Wuppertal“ am 6. Februar auf die nächste Sitzung am 30. April geschoben hat.

Bürgerverein will weiter „Aufmerksamkeit erzeugen“

Doch mit dem Wunsch, rechtlich gegen den Regionalplan vorzugehen, stand Plate bei den Bürgervereinen alleine dar. Er sagt: „Ich hatte nicht einmal von meinem eigenen Vorstand den Rückhalt. Dann gibt es für eine Zusammenarbeit keine Grundlage mehr.“ Gleichzeitig legte Plate auch seinen Sprecherposten bei „Die Cronenberger“ nieder. Ob er dem Bürgerverein als Mitglied erhalten bleibt, das überlege sich Plate noch.

Rolf Tesche, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins, sagt: „Wir wollen auch keine Bebauung am Hipkendahl. Aber man kann nicht ohne Not in so einen Rechtsstreit reingehen.“ Man wolle keinen Schnellschuss machen, auch weil eine juristische Auseinandersetzung Geld kostet. Tesche glaubt auch nicht daran, dass eine mögliche Bebauung auf der Fläche nach Ende April nicht mehr aufzuhalten ist. „Wir werden weiter Aufmerksamkeit erzeugen.“

Ähnlich äußert sich Peter Vorsteher, Vorsitzender der Sudbürger: „Wir müssen erst einmal Gespräche führen. Unter anderem mit Michael Müller, der ja im Regionalrat sitzt.“ Erst wenn man alle anderen Wege versucht hat, könne man überhaupt darüber nachdenken, ob eine Klage Sinn ergibt.

Jochen Plate sieht das anders: „Ich habe das Gefühl, dass man niemanden verärgern will.“ Er habe in den vergangenen Jahren seines ehrenamtlichen Engagements die Erfahrung gemacht: „Die Bürgervereine sind politisch unterwandert.“ Ihm sei es aber erst einmal egal, welche Partei sein Anliegen unterstütze.

Insgesamt zieht der Vorsitzende ein ernüchtertes Fazit über seine Zeit im Bürgerverein: „Ich dachte, hier könnte ich etwas bewegen.“ Doch zu oft fühlte sich Plate ausgebremst. Auch von der Passivität seiner Mitglieder. Aktiv engagiert seien von den 300 zahlenden Mitgliedern eigentlich nur die vier Köpfe im Vorstand gewesen.

In der Folge wolle auch niemand in seine Fußstapfen treten: „Wir haben Leute angesprochen. Den meisten ist das zu aufwendig, die wollen die Zeit nicht investieren.“ Jochen Plate sieht das ganz pragmatisch: „Wenn das so bleibt, müssen wir den Laden halt zumachen.“