Wuppertal bietet für die Hochzeit 19 Alternativen zum Standesamt an.

Eheschließungen : Zum Ja-Wort an besondere Orte

Eheschließungen sind nicht nur im Rathaus möglich. 155 Paare wählten 2018 den Elisenturm.

1647 Paare haben im vergangenen Jahr in Wuppertal den Bund fürs Leben geschlossen, etwas weniger als im Jahr zuvor. Ein Trend hält an: Viele Brautleute wollen diesen besonderen Moment auch in einem besonderen Umfeld erleben. Und buchen für eine Zusatzgebühr von 200 Euro einen von 19 Orten für so genannte „Ambiente-Trauungen“. 569 mal wählten Hochzeitspaare im vergangenen Jahr etwas anderes als das Standesamt – ein Drittel aller Paare.

Samstags-Termine
im Rathaus kosten mehr

Wer möchte, kann sich im Zoo trauen lassen oder im Opernhaus (im Foyer, nicht auf der Bühne). Man kann das Ja-Wort während einer Kaiserwagenfahrt sprechen oder in einer alten Straßenbahn auf dem Weg durch das bewaldete Kaltenbachtal, im Bandwirkermuseum oder im Henkelsschlösschen. Am beliebtesten ist der Elisenturm, danach folgt das Schloss Lüntenbeck, das 2018 insgesamt 66 Trauungen erlebte. In Räumen der Stadthalle haben 44 Paare geheiratet, die besondere Atmosphäre im historischen Trausaal des Bürgerbüros Vohwinkel wollten 33 Paare und das Gelände der Villa Media wählten 31.

An diesen Orten kann montags bis samstags geheiratet werden, die normale Hochzeit im Standesamt im Barmer Rathaus ist nur montags bis freitags am Vormittag möglich. Gegen ebenfalls eine Zusatzgebühr vollziehen die Standesbeamten die Trauung auch am ersten oder dritten Samstag im Monat im Rathaus. Diese Möglichkeit nutzen auch viele Paare – 408 waren es im vergangenen Jahr. „Die Leute sind bereit, mehr zu zahlen, damit sie am Wochenende heiraten können“, sagt Standesbeamtin Diana Hennenberg. Unter anderem müssten sie sich dann nicht freinehmen. Deshalb sind unter anderem die Brückentage jeweils beliebt für Trauungen. Diese seien für die erste Jahreshälfte auch schon „gut gebucht“. Besondere Daten sind allgemein weniger von Interesse. Für den 19. Februar (19.02.2019) gibt es erst eine Anmeldung. Diana Hennenberg erwartet: „Wahrscheinlich kommen aufgrund von Zahlenspielen im September 2019 mehr Trauwünsche auf uns zu.“

Besonderen Aufwand brauchen Eheschließungen, wenn mindestens ein Partner nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat – 2018 war das 308 Mal der Fall. Dann sei die Dokumenten-Prüfung aufwendiger. Weniger bei Beteiligten aus EU-Ländern, aber bei Angehörigen anderer Staaten sei es schwieriger. Das Standesamt schickt dann die Nachweise von Geburt und Familienstand an die jeweilige Botschaft, die die Echtheit prüft, oft müsse dann das Oberlandesgericht entscheiden, ob die Eheschließung genehmigt wird.

Auch wer keine Geburtsurkunde habe, könne sich meist nachträglich in ein Register seines Landes eintragen lassen. Denn: „Ohne Geburtsnachweis verheiraten wir keinen“, betont Diana Hennenkamp. Es müsse einen Abstammungsnachweis geben. Ihrer Erfahrung nach finde sich aber immer ein Weg. Die Beschaffung und Prüfung der Dokumente nehme einige Zeit in Anspruch, „das kann schon ein paar Wochen oder Monate dauern.“

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