Wuppertal: Bei Unital ging es um kleinste Teilchen

Unital : Unital: Substanzen in kleinsten Dosen

Professor Thorsten Benter berichtete über Massenspektrometrie und ihren Einsatz.

Messungen mit einem Massenspektrometer gleichen mitunter der Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Wobei dieses Suchverhältnis als Vergleich vielleicht noch zu optimistisch ist. Dank der Messmethoden der Massenspektrometrie könne zum Beispiel ein Tropfen Öl in einer Talsperre oder auch ein Ethanolmolekül im Bodensee entdeckt und zugeordnet werden – wenn man zum Beispiel zuvor ein Glas Korn ins Binnengewässer geschüttet hat, erklärte Professor Thorsten Benter am Donnerstagabend in der Citykirche in Elberfeld. Der Leiter des Fachbereichs Physikalische und Theoretische Chemie an der Bergischen Uni widmete sich im Rahmen der Vortragsreihe Unital dem Thema: „Super-Spürnase Massenspektrometrie – Von der Dopingkontrolle bis zur Krebserkennung“.

Benter, der seit 2001 an der Uni forscht und lehrt, machte deutlich, dass er von universitärem Duktus mit möglichst hohem Theorieanteil wenig hält. Mit seinen Erklärungen begann Benter im ganz Kleinen: Vom Atom ausgehend dröselte der Professor das Themenfeld auf, projizierte eine Potenzzahl zur Größe eines Atoms an die Leinwand und stellte dann fest: „Atome sind wahnsinnig klein!“ Und dann gibt es die Moleküle, die sich aus mehreren Atomen zusammensetzen – das kann dann Wasser oder Speiseöl sein. Aber auch diese Moleküle seien „wahnsinnig klein“ – trotzdem könne man sie nachweisen und messen: eben mit einem Massenspektrometer, betonte der Wissenschaftler.

Dazu bedient sich die Wissenschaft eines Verfahrens, bei dem ein Molekül in ein Ion verändert, also elektrisch geladen wird. Dieses Ion wird in einem elektrischen Feld des Massenspektrometers beschleunigt und aufgrund der Geschwindigkeit können die Moleküle von dem Gerät dann identifiziert werden. Je kleiner die Masse des Moleküls ist, desto schneller fliegt es, je schwerer desto langsamer. Um dieses Messverfahren durchzuführen, braucht es allerdings ein Vakuum in dem Gerät.

Die Einsatzfelder der Massenspektrometrie sind vielfältig. Sie werden bei Dopingkontrollen – zum Beispiel der Suche nach Testosteron – oder der Bekämpfung von Krebs – der Analyse von Markersubstanzen aus einer Krebszelle – angewandt. Auch in Gensequenzierung kommen die Geräte zum Einsatz. In den Laboren der Uni stehen gleich mehrere solcher Messgeräte, erzählte Benter. Dass die Apparaturen nicht ganz billig sind, dürfte kaum überraschen: mehrere Hunderttausend Euro bis zu Millionensummen fallen dafür an. Die Forschung sei recht teuer, eben deshalb werde sie mittlerweile an immer weniger Hochschulen betrieben, bedauerte er.

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