Wuppertal: Barmer Innenstadt erhält ein neues Pflaster

Innenstadt : Barmer Innenstadt erhält ein neues Pflaster

Barmens Händler freuen sich über das neue Pflaster in der Innenstadt, doch sie hadern mit dem Baulärm. Schon bald startet die zweite Phase der Arbeiten.

„Wir sind froh, dass in Barmen etwas passiert“, lautete der Tenor bei der WZ-Befragung zum Thema Pflasterung der Barmer Innenstadt. Geschäftsleute, Angestellte und Passanten seien zwar in den vergangenen beiden Jahren durch ein „Tal der Tränen“, angefüllt mit Staub, Dreck und teilweise Lärm gegangen, doch man sah mehr auf das ansprechende Ergebnis als auf die vorhergehenden strapaziösen Begleiterscheinungen.

Im Rahmen der Qualitätsoffensive „Neues Pflaster für die Innenstadt – Schwerpunkt Infrastruktur – Förderbereich Städtebau“, die zu 90 Prozent vom Bund bezuschusst wird, waren zunächst Schuchardstraße, Heubruch, Rolingswerth und Lindenstraße in Angriff genommen worden. „Wir haben zunächst die WSW und die Telekom gebeten, notwendige Arbeiten wie Leitungssanierungen auszuführen, damit der Boden nicht zweimal aufgerissen werden muss“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. „Erst dann wurden die eigentlichen Pflasterarbeiten in Angriff genommen.“

Armin Liebscher, Inhaber des Friseursalons „Team Liebscher“ an der Schuchardstraße, hat da wenig schöne Erinnerungen. „Die Straße wurde erst mal geteert und damit zu einer Buckelpiste. Die Baufahrzeuge nahmen wenig Rücksicht und bretterten hier durch. Bei uns wurde zweimal ein Aufsteller platt gefahren, und gegenüber beim Reiseland wurde eine Markise abgerissen“, denkt er an die vergangenen Monate zurück. Zu den unschönen Begleitumständen gehörte aber vor allem der durchdringende Baulärm, der zum Teil auch derzeit noch zu beklagen ist.

„Also, der Radau ist das Allerschlimmste, enorm nervig“, bestätigt Jennifer Papendorf vom Spezialgeschäft für orthopädische Schuhe Königsmark. Auch die Tatsache, dass der Eingang zum Geschäft derzeit von rotweißen Baken nahezu zugestellt ist, wirke nicht gerade verkaufsfördernd. Aber Umsatzeinbußen? „Nein, die haben wir nicht beobachtet. Wer zu uns kommen muss, der kommt auch“, erklärt Jennifer Papenburg.

Auch Ursula Petzhold, Inhaberin des Traditionshauses Mode Haschi, konnte sich während der Bauphase auf die Stammkundschaft verlassen. „Wir haben den Arbeitern auch schon mal einen Kaffee herausgebracht“, sagt die Kauffrau und nennt die gesamte Aktion „gut für Barmen“. Dietmar Moll vom „Reiseland“ an der Schuchardtsraße nahm auch den Lärm gelassen hin. „Wenn man es schön haben will, dann geht das nicht lautlos.“

Händler und Kunden hoffen auf ein positives Ergebnis

Die Kunden der Stadtsparkasse am Eingang Rolingswerth mussten sich „durchkämpfen“ und gehen auch jetzt noch durch dichten Staub. „Aber die Menschen sind trotzdem zu uns gekommen“, versichert Kundenberater Niklas Hartwig. „Sie hören es ja selbst“, meint Thomas Stiefel von der ebenfalls lärmgeschädigten Krankenkasse „actimonda“, Ecke Rolingswerth, „aber, das ist ja jetzt bald geschafft.“

Auch die Fußgänger sehen es gelassen. „Das muss gemacht werden“, sagt Sybille Sondern und schreit gegen den Baulärm an. „Mir tun nur die Anwohner und die Arbeiter leid, die das so lange ertragen müssen.“

Doch wenn sie das Ergebnis mit dem freundlichen hellen Pflaster ansehen, sind alle voll des Lobes. „Einfach super“, lobt Tina Barth vom Goldankauf TiBaJu an der Schuchardstraße. Und Haline Malinski schaut sich erfreut um und meint: „Wenn etwas so schön geworden ist, dann muss man auch ein paar Probleme akzeptieren.“ „Ich hoffe, dass auch die Ergänzungsarbeiten in naher Zukunft erledigt sind“, sagt Armin Liebscher.

Wenn die erste Phase Ende Frühjahr vorbei ist, wartet schon der nächste Bauabschnitt, kündigt Renate Lassay vom städtischen Ressort Straßen und Verkehr an. Der zweite Teil der Qualitätsoffensive umfasse Planung und Ausschreibung für die Passage Rathaus-Heubruch, die kleine Adolf-Röder-Gasse, in der jetzt schon Baken den Durchgang verwehren, die Concordienstraße und die Kleine Flurstraße bis zum Werth. „Das soll im Sommer losgehen und muss bis Ende 2020 abgeschlossen sein, denn diese Maßnahme wird nur 15 Monate vom Bund gefördert.“

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