Wuppertal: Anwohner ärgern sich über Müll auf Treppe im Deweerth-Wald

Sauberkeit : Anwohner ärgern sich über Müll auf Treppe im Deweerth-Wald

Viele nutzen den sanierten Weg von der Luisen- zur Ottenbrucher Straße – und hinterlassen viel Dreck.

„Es ist wirklich eine Katastrophe“, seufzt Ruth Gschwendtner. Sie meint die Treppe von der Luisenstraße durch den Deweerthschen Wald zur Ottenbrucher Straße. „Sie ist immer voller Dreck, kaputten Flaschen und Hundekot.“ Das ärgert sie besonders, weil die Treppe erst vor einigen Jahren saniert wurde: „Sie wurde befestigt, bekam ein schönes Geländer. Und dann wird sie nicht gepflegt.“

Sie verweist darauf, dass auch andere Anwohner über die Verschmutzung klagen: „Wir sind vier Familien und hatten schon heiße Diskussionen darüber.“ Sie hat den Eindruck, dass der Müll über lange Zeit nicht entfernt wird: „Der ist manchmal wochenlang gleich.“ Und wegen der zahlreichen Hundehäufchen wünscht sie sich, dass dort auch ein Behälter mit Tüten aufgestellt wird – „einfach, damit die Hundehalter darauf hingewiesen werden“.

Dass der Bereiche länger nicht gereinigt werde, dem widerspricht Michael Kaiser vom Ressort Grünflächen und Forsten: „Wir reinigen jeweils freitags vor dem Wochenende und direkt danach montags wieder, und oft noch mehrmals in der Woche“, versichert er. Montags und freitags würden auch Gärtner beim Aufräumen helfen. Und Mitarbeiter des Projekts Clean Streets von Stadt, Suchthilfe und Jobcenter seien dort unterwegs, kontrollierten, ob es Spritzen oder anderen gefährlichen Müll gebe.

Stadt nimmt auch eine Zunahme der Vermüllung wahr

Müllbehälter gebe es ebenfalls genug: „Die reichen“, sagt Kaiser, „die sind nicht überfüllt.“ Stattdessen werde eben vieles einfach fallengelassen. Spender mit Tüten für Hundekot stellten sie bewusst nicht an Grünablagen auf. Denn leider landeten dann viele dieser Beutel mit Inhalt in den Anlagen statt in Mülleimern.

Insgesamt nähmen die Stadtmitarbeiter aber auch wahr, dass es derzeit wachsende Probleme mit Müll rund um den Deweerth­schen Garten und die Treppe gebe. „Da wird es derzeit eher schlimmer“, sagt Kaiser bedauernd. Besonders nach warmen Wochenenden seien Spuren der intensiven Nutzung zu finden. „Eines der letzten Wochenenden war wirklich verheerend.“

Dabei sei es im Prinzip gut, dass viele Menschen die Anlage nach der Sanierung und Umgestaltung nutzen: „Uns freut es ja, dass der Deweerth-Wald so gut angenommen wird.“ Es seien offenbar auch ganz unterschiedliche Gruppen, jedenfalls könne der Müll keiner bestimmten Gruppe zugeordnet werden. Es fänden sich Pizzakartons und andere Fast-Food-Behälter, Flaschen, die leider auch häufig zerschlagen seien. „Die Scherben sind besonders aufwändig zu entfernen.“

Auch die Graffiti versuche die Stadt einzudämmen: „Die machen wir schnell weg.“ Die Hoffnung sei, Sprüher zu entmutigen. Denn man wolle vermeiden, dass sich die Treppe durch zahlreiche Graffiti zu einer Schmuddelecke entwickele.

Auch Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) ärgert sich über die verdreckte Treppe, die doch erst sehr aufwändig restauriert wurde. „Es ist unhaltbar, was sich da abspielt.“ Er ärgert sich insbesondere über die Hinterlassenschaften von Hunden, spricht von einem „großen Hundeklo“.

Dabei weiß er, dass die Verwaltung bereits ausgelastet ist: „Was soll die Stadt denn machen?“ Er wünscht sich eine Initiative von Bürgern wie „Hardteinander“. Diese habe auf der Hardt eine wesentliche Verbesserung in puncto Sauberkeit erreicht. Zudem würde er es für sinnvoll halten, wenn die Stadt wenigstens für eine gewisse Zeit verstärkte Kontrollen durchführen würde: „Das würde das Problem erst mal mildern.“

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