Politik Wuppertal: 2000 Helfer für die Europawahl gesucht

Für die Abstimmung am 9. Juni benötigt die Stadt Wuppertal noch tatkräftige Unterstützung.

Die Stadt bereitet sich auf die anstehende Europawahl am 9. Juni vor.

Die Stadt bereitet sich auf die anstehende Europawahl am 9. Juni vor.

Foto: dpa/Michael Kappeler

Am 9. Juni ist es wieder so weit: In Deutschland wählen die Bürgerinnen und Bürger das Europäische Parlament. Zuletzt fanden die Wahlen im Jahr 2019 statt. Die Vorbereitungen laufen bei den Parteien, der Stadt und der Wahlleitung bereits auf Hochtouren. Doch damit alles reibungslos ablaufen kann, sucht die Stadt Wuppertal noch knapp 2000 Wahlhelfer. Diese werden anschließend in 255 Wahlvorstände, bestehend aus jeweils sechs Personen aufgeteilt.

Zu den Aufgaben der Wahlhelfer gehören unter anderem die Prüfung der Wahlberechtigung, die Ausgabe der Stimmzettel, die Beaufsichtigung der Wahlkabinen und Wahlurne sowie ab 18 Uhr die Auszählung der abgegebenen Stimmzettel. Die Wahlvorstände treffen sich am Wahltag um 7.15 Uhr im jeweiligen Urnenbezirk. Um als Helfer tätig zu sein, sind keine Vorkenntnisse nötig. Kurz vor dem Termin gibt es für alle Helfer eine Einweisung in die Aufgaben. Die einzige Voraussetzung die erfüllt werden muss, ist dass man wahlberechtigt, also am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sowie deutscher Staatsbürger ist. Die Anmeldung erfolgt freiwillig und verpflichtet nicht zur erneuten Hilfe an weiteren Wahlen. Für das Amt als Wahlhelfer bewerben kann man sich ab Mittwoch, 10. April, über ein elektronisches Anmeldeformular auf der Homepage der Stadt Wuppertal. Jeder Helfer bekommt zudem eine Vergütung, die je nach Funktion bei bis zu 70 Euro liegt. Des Weiteren ist es möglich, sich für einen Briefwahlvorstand anzumelden. Die Auszählung der per Brief abgegebenen Stimmen findet zentral für alle Vorstände an einem Ort und um 14.30 Uhr am Wahltag statt.

In Europa sind in diesem Jahr rund 350 Millionen Menschen wahlberechtigt. Davon leben rund 66 Millionen in Deutschland. In Wuppertal dürfen Anfang Juni etwas mehr als 236 000 Bürgerinnen und Bürger wählen. Davon sind 17 246 Erstwähler. Sie hatten bei der letzten Europawahl vor fünf Jahren noch nicht das entsprechende Alter erreicht. „Vor allem über ihre Hilfe am Wahltag würden wir uns freuen. Warum sollen sie nicht so das Prozedere kennenlernen“, sagt Andreas Walter, Mitarbeiter im Wahlamt. Weitere 1700 Personen dürfen aus einem anderen Grund erstmalig in Wuppertal wählen: Sie besitzen nicht die deutsche, dafür aber eine andere EU-Staatsangehörigkeit und wohnen in Wuppertal. „Diese Leute haben wir noch mal speziell angeschrieben, da sie nicht in unserem Wählerverzeichnis eingetragen sind“, erzählt Walter. Die nötigen Wahlunterlagen treffen bis zum 19. Mai bei allen Wahlberechtigten ein. Sollte dies bei jemandem nicht der Fall sein, wird darum gebeten, sich umgehend mit der Gemeinde in Verbindung zu setzen. Wer sich dazu entscheidet, per Briefwahl zu wählen, muss diese bis spätestens Freitag, 7. Juni, um 18 Uhr beantragen.

Jedes EU-Mitgliedsland hat eine feste Anzahl von Sitzen im Europäischen Parlament. Deutschland entsendet als bevölkerungsstärkstes Land mit 96 Abgeordnete die meisten Parlamentarier. Die Stimmverteilung ist jedoch degressiv: Während ein Abgeordneter in Deutschland etwa 850 000 Bürgerinnen und Bürger vertritt, entfallen auf einen Parlamentarier aus Malta nur 65 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Dies soll kleineren Staaten eine Mitbestimmung ermöglichen. Als Wahlsystem ist in allen Staaten die Verhältniswahl vorgeschrieben. Das heißt, je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Europaabgeordnete schickt sie in das Parlament.

Die Europawahl findet nicht in jedem Land am selben Tag statt. Der Zeitraum der Abstimmung erstreckt sich von Donnerstag, 6. Juni, bis Sonntag, 9. Juni. Der Grund dafür ist, dass es in den meisten Staaten verschiedene Wahltraditionen gibt. Während in Deutschland immer sonntags gewählt wird, findet die Stimmabgabe beispielsweise in den Niederlanden immer donnerstags statt. Zudem gibt es in einigen Mitgliedsländern eine Wahlpflicht. Davon betroffen sind Belgien, Bulgarien, Luxemburg, Zypern und Griechenland. In Deutschland ist eine Teilnahme an der Europawahl freiwillig.

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