Soziales Wuppersocken für Krebspatienten stricken

Wuppertal · Mitglieder der Nadelzeit engagieren sich für eine gute Sache.

Die Wuppersocken sorgen für warme Füße.

Die Wuppersocken sorgen für warme Füße.

Foto: Hans-Werner Giebeler

Wenn sich die Begeisterung fürs Stricken mit dem Wunsch nach Geselligkeit und Spaß miteinander verbinden, entsteht ein Stricktreff. Und weil die Mitglieder der Gruppe dann auch noch für eine gute Sache stricken, sind die überaus beliebten „Wuppersocken“ im Rahmen der „Nadelzeit“ entstanden.

Tolle Muster, Farbverläufe wie Regenbogen, geringelt, bunt meliert oder mit Schwebebahn-Motiv – die 14 Frauen stricken im Siedlerheim in Cronenberg alle zwei Wochen, was die Nadelspiele hergeben.

Mitglieder aus allen Stadtteilen und aus dem Städtedreieck

Dazu gibt es selbst gebackenen Kuchen, Tee und Kaffee. Und weil es viel schöner ist, Socken anstatt nur für sich selbst auch noch für einen guten Zweck zu stricken, kam Sandra Heiermann auf die Idee, Wollsocken für einen besonderen Zweck anzufertigen: „Jeder von uns kennt doch jemanden, der während einer Krebserkrankung eine Chemotherapie bekommen hat. Die Patientinnen frieren schnell, haben kalte Füße. Da kommen unsere Wollsocken gerade recht“, befand sie.

Gemeinsam mit der Initiatorin der Gruppe Stricktreff „Nadelzeit“, Astrid Giebele, beschloss sie, für diese Strickaktion Mitstreiter zu finden. Handzettel wurden gedruckt, Informationen auf der Internetseite des Verbandes für Wohneigentum eingestellt. „Natürlich sind nicht nur Cronenberger eingeladen mitzumachen. Die lockere Gruppe hat Mitglieder aus allen Stadtteilen und dem Bergischen Städtedreieck, und wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen“, erklärt Astrid Giebele.

Mit ihrer Idee wärmender Socken für Krebspatientinnen kontaktierte Sandra Heiermann Bianca Pathe, die sich bei „Grazie“ engagiert, dem Verein zur Förderung der Gesundheit von Frau und Familie. Jetzt werden zahlreiche tolle Paare lustiger, handgearbeiteter Wollsocken im Rahmen der Aktion „Langer Tisch“ an den Verein übergeben, um sie an erkrankte Frauen zu verteilen.

Zu den engagierten Strickerinnen gehört auch Christina Müller. „Ich liebe Sockenstricken“, ist sie mit Leidenschaft dabei. Auch ihren locker fallenden Mantel mit dem muschelartigen All-over-Muster hat sie selbst gestrickt. Rückblickend amüsiert sie sich und erzählt vom Frust im Handarbeitsunterricht an einer katholischen Mädchenschule: „Wir mussten zuerst nur die Bettlaken des Klosters reparieren, später ein Nachthemd nähen. Aus dickem Flanellstoff. Tunnel, Träger, knöchellang“, erinnert sie sich und daran, dass die 13-Jährigen selbst völlig andere Vorstellungen von schöner Nachtwäsche hatten.

Ihre Oma habe dann schneiderisch eingegriffen und das Monstrum gekürzt und verschönert, amüsiert sich Müller. Entsetzen später allerdings bei den Ordensfrauen, als die Handarbeiten der Mädchen im Rahmen einer Ausstellung gezeigt wurden.

Wenn das Paar fertig ist, wird es weiter mit viel Liebe zum Detail präsentiert: Sandra Heiermann hat Banderolen entwickelt, die es zum Herunterladen auf der Internetseite gibt, das Paar bekommt auf einem kleinen Hänger an roter Kordel die Größenbezeichnung.

Wer nicht nur Runden stricken und sich auf die Effekte im Garn selbst verlassen mag, sondern das Schwebebahn-Muster einarbeiten möchte, findet auch diese Anleitung auf der Internetseite des Verbandes zum Herunterladen. Wer sich gerne an dem Projekt beteiligen möchte, kann sich auf der Internetseite, per E-Mail oder über das Telefon informieren. Die Gruppe trifft sich zweimal im Monat jeweils in der ungeraden Kalenderwoche, in der Zeit von 16.30 bis 19 Uhr im Siedlerheim, Neuenbaum 94.