WSW-Zentrale wird umgeplant

WSW-Zentrale wird umgeplant

Der Zeitplan für den Neubau steht zwar fest, aber noch ist offen, wie viele Etagen gebaut werden. Der Einzug ist für Juni 2021 geplant. Die Stadtwerke rechnen mit Gesamtkosten von 46,4 Millionen Euro.

Im Juni 2021 planen die Wuppertaler Stadtwerke den Umzug in den Neubau der Konzernzentrale auf dem Betriebsgelände Schützenstraße/Carnaper Straße. WSW-Geschäftsführer Martin Bickenbach stellte in der Bezirksvertretung Barmen auf Anfrage der Grünen einen Zeitplan vor und bezifferte die reinen Baukosten auf 30 Millionen Euro. Die Gesamtbaukosten werden aber mit 46,4 Millionen Euro deutlich höher liegen.

Als einen „riesigen Kostenfaktor“ beschrieb Bickenbach die aufwendigen Arbeiten, die dem eigentlichen Baubeginn im Oktober 2019 vorangehen. Das WSW-Gelände ist mit Versorgungsleitungen durchzogen, die vor dem Baubeginn zurückgebaut oder verlegt werden müssen. „Dass wir für die Trassenverlegungen von Juni 2018 bis Mai 2019 rund zehn Monate veranschlagt haben, macht deutlich, wie groß der Aufwand sein wird“, sagte Bickenbach. Bis Juni 2021 soll ein repräsentatives Gebäude mit einer Nutzfläche von 12 140 Quadratmetern (Büros und Konferenzräume) auf dem WSW-Gelände entstehen. Außerdem ist für die 450 Mitarbeiter der Zentrale und weitere rund 1000 Beschäftigte auf dem Werksgelände eine Kantine mit einer Fläche von 1100 Quadratmetern geplant.

Die WSW stehen unter Zeitdruck, denn seit Jahren ist bekannt, dass das Verwaltungsgebäude an der Bromberger Straße mit PCB belastet ist. Bei PCB handelt es sich um polychlorierte Biphenyle in Baustoffen, die seit 2001 weltweit verboten sind. Bisher haben sich die WSW mit Provisorien über die Zeit gerettet. So sind Deckenplatten entfernt worden und es gibt Vorschriften, wie Räume gelüftet werden müssen. „Wir sind in einer Duldungsphase. Inzwischen sieht es in Teilen des Gebäudes wie in einem Rohbau aus“, beschreibt Bickenbach die Lage.

Der Entwurf für die neue Konzernzentrale ist aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen, den ein Düsseldorfer Büro gewonnen hat. Die WSW entschlossen sich jedoch dazu, die Ideen des zweiten Preisträgers, eines Architekturbüros aus Graz, umzusetzen. Doch auch dieser Entwurf wird wohl um einiges abgespeckt, da der Kostenrahmen von 46,4 Millionen Euro eingehalten werden muss. „Wir haben uns geschworen, das Budget einzuhalten“, hatte Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW, vor einem Jahr verkündet.

Bei der Verkündung des Urteils der Jury im März 2017 hatte Feicht zudem erklärt: „Eine Verpflichtung, dass wir so bauen, wie es im Entwurf vorgesehen ist, gibt es nicht.“

Martin Bickenbach deutete an, dass gravierende Änderungen möglich sind: Statt der im Entwurf der Grazer Architekten vorgesehenen drei Obergeschosse könnten es eventuell nur zwei werden. „Das heißt aber nicht, dass wir die Zahl der Arbeitsplätze in der Zentrale reduzieren. Das Gebäude wird für 450 Mitarbeiter ausgelegt. Dann müssten wir mehr in die Breite gehen.“ Auch die Glasfassade (siehe Grafik oben) werde so nicht umgesetzt.

Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) sprach in Bezug auf die WSW-Pläne, die Neugestaltung des Carnaper Platzes und die Reaktivierung des Prym-Geländes durch die Ansiedlung einer Möbelmarkt-Kette von einem Potenzial, „das wir in Barmen seit vielen Jahren nicht mehr gehabt haben“.

Der Carnaper Platz soll nach der Umgestaltung zum befestigten Parkplatz von einem privaten Unternehmen bewirtschaftet werden. Das geschehe nicht aus wirtschaftlichen Gründen, so Stadtdirektor Johannes Slawig. Hauptgrund sei, dass ansonsten kostenlose Stellplätze vorwiegend von Mitarbeitern der WSW als Dauerparkplatz genutzt würden. Die Einnahmen aus der Verpachtung der Parkplätze würden lediglich die Kosten decken, so Slawig.

Martin Bickenbach sicherte den Bezirksvertretern zu, dass es während des Umbaus und des Baus der Konzernzentrale als Übergangslösung Parkplätze für die WSW-Mitarbeiter auf dem Prym-Gelände geben wird.