Wohnen, lernen, arbeiten: Tag der Architektur in Wuppertal

Wohnen, lernen, arbeiten: Tag der Architektur in Wuppertal

Schulen, Wohnhäuser und Gewerbebauten öffnen am Wochenende zur Besichtigung. Das Leitthema lautet: „Energie!“

Wuppertal. Gute Architektur sollte Schule machen — dieses Ansinnen steht hinter dem Tag der Architektur (TdA), seit ihn die Architektenkammer des Landes erdacht hat, um Jahr für Jahr besonders vorbildliche Beispiele der Baukunst zu präsentieren. Am Wochenende gilt dies in Wuppertal allerdings in besonders wörtlichem Sinne — denn wenn am Samstag und Sonntag wieder 13 jüngst fertiggestellte Gebäude zur Besichtigung stehen, bilden Schul-Immobilien einen besonderen Schwerpunkt.

Denn Schul-Sanierungen wurden — auch dank des Bundes-Konjunkturpakets II — in den vergangenen Jahren groß geschrieben in Wuppertal. Kein Wunder also, dass die Stadt sich entschieden hat, angesichts des diesjährigen TdA-Leitthemas „Energie!“ drei energetisch auf den neuesten Stand gebrachte Schul-Gebäude zur Besichtigung freizugeben. Neben der Mensa des Schulzentrums Süd und der Sporthalle am Nocken ragt dabei besonders die Realschule Helmholtzstraße heraus: Durch die Sanierung mutet das im Jahr 1900 erbaute Schulgebäude mit wieder freigelegten Stuckdecken und Originalparkett in Teilen mehr wie ein Opernhaus als wie eine „Penne“ an — davon kann sich am Samstag jeder Interessierte selbst ein Bild machen (siehe Kasten).

Der eigentliche Reiz des Tages der Architektur liegt jedoch von jeher nicht bei den öffentlichen Bauten (unter denen sich am Wochenende auch einige Kindergärten befinden), sondern bei denen, die sonst nur ihre Eigentümer zu Gesicht bekommen: Wohnbauten. Auch hier hat der TdA einige schöne Beispiele äußerst umwelt- und damit geldbeutelfreundlichen Bauens im Angebot — sowohl was neue als auch was Bestandsbauten angeht.

So beweist etwa der sanierte Altbau Bembergstraße 5, was Bauherren auch aus einem ebenso schmucklosen wie angegrauten 1950er-Jahre-Mehrfamilienzweckbau machen können — einschließlich Hinweisen zu Fördermitteln etwa, die angesichts des riesigen Wuppertaler Altbaubestands für so manchen Hausherren von Interesse sein dürften.

Ein kleiner Höhepunkt ist zweifellos auch der für den Künstler Peter Schmersal aus einer maroden Hinterhofwerkstatt entstandene Wohn- und Atelier-Anbau an der Platzhoffstraße. Das eine oder andere schmucke Einfamilienhaus mit Ausblick ist auch dabei — und sei es nur, um ein paar leicht neidvolle Wohnträume beim neugierigen Betrachter zu wecken.

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