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Wittke will Lücken schließen

Wittke will Lücken schließen

Bergischen Unternehmern versprach der Minister den Ringschluss um Wuppertal.

Wuppertal. Nicht alle Landespolitiker fühlen sich bei Besuchen in Wuppertal wirklich wohl. Oft müssen sie sich herbe Kritik an der Landespolitik gefallen lassen. Oliver Wittke (CDU), zuständig im Kabinett Rüttgers für Bauen und Verkehr, kommt aber gern nach Wuppertal. Gefühlte zehnmal sei er schon in der Stadt gewesen - und komme gern wieder, bekannte der frühere Gelsenkirchener Oberbürgermeister bei seinem Besuch in der Vollversammlung der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid.

Tatsächlich war der Auftritt vor den Unternehmern eher ein Wohlfühl-Termin, denn mit seinen Botschaften zur Verkehrspolitik des Landes traf Wittke weitgehend den Geschmack der Kammer-Mitglieder. "Basis für eine funktionierende Wirtschaft ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Die Verkehrs-Infrastruktur im Land ist aber chronisch unterfinanziert", sagte Wittke, der sich klar für einen Ausbau der Verkehrswege - insbesondere der Straßen - aussprach.

In einem Atemzug verpasste er allzu hoch gesteckten Erwartungen allerdings sofort eine Absage: "100 Kilometer Autobahn am Stück werden in Deutschland nicht mehr gebaut." Wittke setzt vielmehr darauf, Lücken zu schließen - auch jene, die die Wuppertaler umtreibt, nämlich zwischen den Autobahnen 46 und 1 via L419 und Südhöhen.

Wittke bestätigte WZ-Informationen, nach denen der erste Bauabschnitt für den Lückenschluss bis 2011 auf den Weg gebracht wird. Mit der Anschlussstelle an die A1 werde es in diesem Jahrezehnt voraussichtlich aber nicht mehr klappen. Grundsätzlich hat es Wittke jedoch eilig. Für ihn steht fest: "Wir müssen den Ringschluss um Wuppertal hinbekommen."

Ebenso entschlossen gab sich der Minister beim Thema Schienenverkehr. Wichtigstes Vorhaben der Landesregierung ist der Rhein-Ruhr-Express. Die Schnellverbindung zwischen Rheinschiene und Dortmund nannte Wittke unverzichtbar für das "Bahnland Nummer 1". Mit Blick auf Rückzugstendenzen der Bahn im Bergischen versprach Wittke zumindest: "Niemand muss Angst haben, das aufgrund des Rhein-Ruhr-Expresses irgendetwas liegenbliebt."

Als Beispiel nannte er die Teilmodernisierung des Hauptbahnhofs im Zusammenhang mit dem Döppersberg-Umbau und die Schwebebahn. 242 Millionen Euro habe das Land verbaut und die letzten Probleme (Denkmalschutz der Stationen) würden bis zum Sommer gelöst. Für die Stadt wäre das die gute Nachricht und für Wittke ein Grund, erneut nach Wuppertal zu kommen.