Wishlist-Macher im Interview: „Wir sind kein One-Hit-Wonder“

Wishlist-Macher im Interview: „Wir sind kein One-Hit-Wonder“

Was kommt nach Wishlist? Serien-Macher Marc Schießer und Marcel Becker-Neu arbeiten an einer Bonus-Folge für Amazon Prime und einer neuen Thriller-Serie.

Die zweite Staffel Wishlist ist gelaufen. Seid ihr mit der Resonanz zufrieden?

Foto: Andreas Fischer

Marcel Becker-Neu: Die Klicks könnten natürlich etwas besser sein. Gegen Ende hin sind die ja leider ein wenig eingebrochen. Das hatte sicherlich mit unserer Pause zu tun, die wir in der Staffel genommen hatten, aber auch mit der Sperrung einer Folge durch Youtube. Nichtsdestotrotz sind wir mit der Staffel sehr zufrieden und das Feedback, das wir bekommen haben, ist auch sehr gut.

Foto: Vincent Franken

Schießer: Ein Ritterschlag war es für uns, dass die Serie jetzt auch beim Streaming-Dienst Amazon Prime verfügbar ist.

Foto: Vincent Franken

Wie geht es mit Wishlist weiter?

Schießer: Wir vertreiben die Serie gerade ins Ausland. Da soll es Fassungen mit Untertiteln geben. Für Frankreich und Finnland soll die Serie vielleicht sogar synchronisiert werden.

Bei Amazon kann man lesen, dass es noch eine Bonus-Folge geben soll. Was hat es damit auf sich?

Schießer: Das ist ein Prequel zur Serie. Die Handlung ist noch vor der der ersten Staffel angesiedelt. Die Folge wird es irgendwann in den nächsten Tagen exklusiv auf Amazon-Prime geben. Zudem arbeiten wir gerade an einer Wishlist-DVD, die auch diese Folge und tonnenweise Bonusmaterial erhalten wird. Übrigens: Eine entscheidene Szene der Folge haben wir im Sparkassengebäude am Islandufer gedreht.

Warum exklusiv für Amazon? Bislang habt ihr im Auftrag für den öffentlich-rechtlichen Jugendsender funk für Youtube produziert.

Schießer: Mit dieser Woche endet unser Auftrag für funk. Die Bonus-Folge haben wir selber finanziert — und gerade sind wir in Gesprächen mit einem neuen Partner.

Geht es dabei ums Fernsehen oder um eine Streaming-Plattform?

Schießer: Es ist wahrscheinlich, dass es auf ein Video on Demand-Format hinausläuft.

Marcel Becker-Neu: Wir können schon verraten, dass es sich um einen großen und bekannten Partner handelt.

Auf was für einen Stoff können wir uns einstellen?

Schießer: Wir arbeiten schon seit etwa sechs Monaten inhaltlich am Konzept. Wir dürfen bislang nur soviel sagen: Es wird eine Thriller-Serie.

Becker-Neu: Das neue Projekt wird uns auf jeden Fall weiter entwickeln und erwachsener machen.

Wird euer neues Projekt wieder etwas mit Wuppertal zu tun haben?

Schießer: Nicht so vordergründig wie bei Wishlist. Vielleicht wird wieder in Wuppertal gedreht, aber ob die Serie auch in Wuppertal spielen wird, können wir jetzt noch nicht sagen.

Ist es für euch erfrischend, nach mehr als zwei Jahren jetzt ein wenig Abstand zu Wishlist zu bekommen?

Schießer: Das ist mega erfrischend für uns. Wir arbeiten an einer ganz neuen Welt und ganz neuen Figuren. Das ist befreiend. Wir möchten damit auch beweisen, dass wir kein One-Hit-Wonder sind.

Was ist mit einer dritten Staffel Wishlist?

Schießer: Wir halten uns das Türchen offen, irgendwann die Geschichte von Wishlist weiter zu erzählen. Konkret geplant ist aber nichts. Becker-Neu: Es war eigentlich immer angedacht, dass es drei Staffeln geben wird, die sich alle stark voneinander unterscheiden.

War das eigentlich gut oder schlecht für euch, dass Youtube eine Folge von Wishlist aufgrund einer Sex-Szene für Zuschauer unter 18 Jahren gesperrt hat?

Schießer: Beides. Das hat uns einerseits schon geschadet. Mit dieser Folge brachen die Klicks ein, weil es schon eine Menge jugendlicher Fans gab, die nicht gucken konnten und denen dann eine Folge fehlte. Andererseits hat es uns auch sehr viel gute Werbung gebracht, weil viele Medien darüber berichtet haben. Von allen Seiten haben wir gehört, dass man die Youtube-Moral nicht nachvollziehen kann.

Becker-Neu: Da gab es dann den Medienrummel, den wir beim Start der zweiten Staffel etwas vermisst haben.

Alle Folgen der zweiten Staffel: HIER GEHT ES ZUM YOUTUBE-KANAL von WISHLIST!

Mehr von Westdeutsche Zeitung