Wechsel: Vorwerk besetzt Führungspositionen neu

Wechsel: Vorwerk besetzt Führungspositionen neu

Jörg Mittelsten Scheid ist nicht mehr Vorsitzender des Beirats. Frank van Oers neuer persönlich haftender Gesellschafter.

Wuppertal. Vorwerk stellt sich derzeit in vielen Dingen neu auf, gibt dem Vertriebssystem ein neues Gesicht und setzt zusätzlich zum Direktvertrieb verstärkt auf Vorwerk-Shops im Einzelhandel sowie auf den Handel im Internet. Jetzt hat das Wuppertaler Traditionsunternehmen auch Führungsaufgaben neu sortiert.

Jörg Mittelsten Scheid, bisher Vorsitzender des Beirats und Oberhaupt der Vorwerk-Eigentümerfamilie, bleibt dem Gremium zwar erhalten und wurde auch zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Den Vorsitz im Beirat übernimmt aber Rainer Baule, nachdem er zum Ende des vergangenen Jahres seine Führungsposition bei der Fresenius Kabi AG aufgegeben hat. Dieser Schritt ist bereits vor einiger Zeit angekündigt worden.

Überraschender ist, dass es mit Frank van Oers neben Walter Muyres und Reiner Strecker einen weiteren persönlich haftenden Gesellschafter für die Leitung der Gruppe gibt. Der Holländer arbeitet seit einem Jahr bei Vorwerk und ist für die Gesellschaften Jafra Cosmetics und Lux Asia Pacific sowie für das Asien-Geschäft der Gruppe zuständig.

Mittelsten Scheid zu dieser Personalie: „Frank van Oers hat in kurzer Zeit das Vertrauen von Beirat, Unternehmerfamilie und Mitarbeitern gewonnen. Es ist im Familienunternehmen Vorwerk gute Tradition, persönlich haftende Gesellschafter an der Spitze des Unternehmens zu haben. So kommt eine emotionale Bindung zustande, die über die Wirkung eines formalen Arbeitsvertrages hinausgeht.“

Aktuell steht das 1883 gegründete Unternehmen in Verhandlungen darüber, einerseits 200 Stellen im Staubsauger-Vertrieb abzubauen, andererseits aber auch 250 neue Stellen (etwa in bis zu 100 neuen Shops) im Unternehmen aufzubauen. Zudem sollen während der kommenden drei Jahre rund 36 Millionen Euro in Wuppertal in neue Produktionsanlagen investiert werden. Diskutiert wird auch, dass ein großer Service- und Reparaturbetrieb in der Region entstehen soll. Im Jahr 2011 machte Vorwerk (im Konzern verdienen 590 000 Menschen Geld), einen Konzernumsatz von 2,367 Milliarden Euro.

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