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Vorwerk: Ein Klassiker wird 125 Jahre alt

Vorwerk: Ein Klassiker wird 125 Jahre alt

Anfang Mai 1883 wurde das Unternehmen gegründet. Mit dem Einstieg in den Direktvertrieb legte der Umsatz mit Staubsauger und Thermomix mächtig zu.

Wuppertal. Ein Geschäftsvolumen von 2,3 Milliarden Euro, weltweit 560000 Berater und Mitarbeiter, Vertrieb in rund 60 Ländern, etwa fünf Millionen Menschen aus aller Welt ist der Firmenname ein Begriff: Vorwerk schreibt seit nunmehr 125 Jahren eine echte Erfolgsgeschichte.

Das alles war Anfang Mai 1883, als Carl Vorwerk die "Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co" gründete, nicht abzusehen. Auch die Erfindung des legendären Kobold (1929 mitten in der Weltwirtschaftskrise aus einem Grammofon entwickelt) mochte sich zunächst nicht durchsetzen.

Schließlich war der Staubsauger längst noch nicht in den deutschen Haushalten etabliert. Doch Werner Mittelsten Scheid, Enkel des Firmengründers, kehrte aus den USA mit einer Idee zurück, für deren Umsetzung der heutige Vorsitzende des Beirats, Jörg Mittelsten Scheid, ihn immer noch lobt: Er führte den Direktvertrieb in Deutschland ein - und damit den Wachstumsmotor für das Vorwerk-Geschäft.

Mit diesem Vertriebsweg stellt der Geschäftsbereich Kobold auch heute noch trotz schwächelnden Inlandmarktes den umsatzstärksten innerhalb der Vorwerk-Gruppe dar. Der am schnellsten wachsende Bereich ist jedoch der Direktvertrieb hochwertiger Kosmetika.

Im Jahr 2004 kaufte Vorwerk Jafra Cosmetics, bearbeitet seit dem mit 515000 Beraterinnen vor allem den Kosmetik-Markt in Mexiko und den USA. Von der etwa elf-prozentigen Beteiligung an Tupperware hat sich Vorwerk im Gegenzug getrennt.

Als Hauptzielgruppe gelten bei Vorwerk seit jeher die Familien: Das zeigt sich auch im 1971 erstmals vorgestellten Thermomix. Sternekoch Dieter Müller über den Mixer, der kochen, garen, wiegen, pürieren, malen und unter anderem hacken kann: "Eines der wichtigsten Küchengeräte seit der Erfindung des Feuers".

Mit dem Feelina Bügelsystem ist Vorwerk vor allem in Italien und Spanien stark vertreten. Im asiatisch-pazifischen Raum geht es neben dem Staubsauger insbesondere um den selbst entwickelten Wasserfilter alva. Die häufig alles andere als ausreichende Wasserqualität wird damit verbessert.

1968 gründete Vorwerk zudem die seit Jahren stetig wachsende akf Bankengruppe zur Absatzfinanzierung. 1974 kam die Hygienic Services GmbH hinzu. Heute gehört Hectas mit mehr als 60 Niederlassungen zu den ganz großen Anbietern in der gebäudereinigungs-Branche.

Und die Teppiche? 350 Mitarbeiter sind heute in diesem Geschäftsbereich mit eigenen Landesgesellschaften in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz beschäftigt. Bedient werden sowohl der gewerbliche als auch der private Bereich. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund verlieh den Teppichen sogar sein Empfehlungssiegel "Für Allergiker geeignet".