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Umfrage bei Unternehmen: Wie passen Arbeit und Pflege zusammen?

Umfrage bei Unternehmen: Wie passen Arbeit und Pflege zusammen?

Immer mehr Berufstätige pflegen Angehörige: Wie sich Unternehmen darauf einstellen, darum geht es bei einer Umfrage.

Wuppertal. „Die Betreuung von Angehörigen betrifft immer mehr Berufstätige“, sagt Christine Jentzsch vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bergisches Städtedreieck:

„Pflege ist ein wichtiges Zukunftsthema in Unternehmen.“

Und weil das so ist, will das Kompetenzzentrum in Kooperation mit der Barmer GEK, der Industrie und Handelskammer und den Kreishandwerkerschaften von den bergischen Arbeitgebern wissen, ob und wie sie sich auf die wachsende Zahl von pflegenden Beschäftigten einstellen. Dazu ist ein Fragebogen online gestellt.

„Wir wollen erfahren, ob die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in den einzelnen Unternehmen ein Thema ist — und falls ja, welche Maßnahmen bisher geplant oder ergriffen wurden“, so Jentzsch. „Wichtig: Wir nehmen Datenschutz sehr ernst, wer möchte, kann anonym bleiben.“

In der Online-Erhebung — geschaltet ist sie bis zum 28. September — geht es neben der Zahl und Struktur der Beschäftigten um Themen wie Teil- oder Gleitzeit, um Möglichkeiten der Freistellung oder Sonderurlaub, um Heim- oder Telearbeit und Angebote zur Unterstützung.

Das Kompetenzzentrum berät selbst nicht; die Antworten sollen in eine Broschüre einfließen, die unter anderem der Agentur für Arbeit, Wirtschaftsförderungen, dem Bergischen Fachkräftebündnis und natürlich den Arbeitgebern in der Region zur Verfügung gestellt werden soll.

„Anders als bei der Kinderbetreuung ist das Thema Pflege für viele Betroffenen oft ein Tabuthema“, so die Erfahrung im Kompetenzzentrum. Man rede nicht gern über die Belastung, „pflegende Angehörige fürchten Nachteile im Job und möchten verhindern, dass sie als ’nicht belastbar’ gelten“, so Jentzsch.

Es sei zu erwarten, dass in den nächsten Jahren in NRW der Anteil der zu pflegenden Angehörigen von derzeit 550 000 auf 700 000 ansteigen werde.

In Wuppertal geht man schon jetzt von geschätzten 10 000 dementiell Erkrankten aus. Etwa zwei Drittel dieser Menschen werden zu Hause betreut.