Traditions-Geschäft Illert steht vor dem Aus

Traditions-Geschäft Illert steht vor dem Aus

Das Schreibwarengeschäft schließt in Kürze - nach 95 Jahren.

Elberfeld. Nach 95 Jahren ist Schluss: Rainer Putty schließt noch in diesem Frühjahr das Elberfelder Schreibwaren-Fachgeschäft Wilhelm Illert mit seinen Standorten an der Grabenstraße und an der Friedrich-Ebert-Straße. Zwölf Mitarbeiter sind davon betroffen.

Bei einer Halbierung des Umsatzes sei es ihm gleichzeitig nicht gelungen, die Personalzahl zu reduzieren, erklärt der 66-Jährige auf WZ-Nachfrage - und bezieht sich dabei auf zwei verlorene Prozesse gegen gekündigte Mitarbeiterinnen vor dem Arbeitsgericht.

Jetzt sehe er sich gezwungen, das Geschäft aufzugeben, obwohl es mit seinem Sohn Jakob (30) nach dessen Einstieg ins Geschäft im vergangenen Jahr einen potenziellen Nachfolger gebe. Am Standort Friedrich-Ebert-Straße - er ist gemietet - soll bereits Ende Februar Schluss sein. Das Geschäft an der Grabenstraße, im eigenen Besitz, ist laut Putty Ende April an der Reihe.

"Vor dem Hintergrund, dass die Nachfolge eigentlich schon geregelt war, ist diese Entscheidung besonders bitter", fügt Putty hinzu. Das Erbe seines Vaters habe er bereits ins Unternehmen einfließen lassen. "Hinzu kommt, dass die Zeiten nicht gerade einfacher geworden sind."

Zurück geht das Geschäft mit Schreibwaren, das nach wie vor viele Stammkunden zählt, auf Else und Wilhelm Illert, die im Jahr 1914 das Unternehmen am Kolk aus der Taufe hoben. 1951 gingen die Illerts dann mit ihrem Laden an der Grabenstraße an den Start - und wurden in der Innenstadt auch durch ihr großes Sortiment zum Begriff.

Mehr von Westdeutsche Zeitung