So funktioniert das neue Unternehmen Bergisches Land

So funktioniert das neue Unternehmen Bergisches Land

Es geht um Millionen an Fördermitteln. Mit neuer Struktur wollen sich die Bergischen Städte besser positionieren.

600 000 Einwohner zählt das Bergische Land. Doch da die Region noch viel zu selten mit einer Stimme spricht und bei strittigen Fragen zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid Bergisch Pepita angesagt ist, wird sie oft nicht wahrgenommen. Das kann die Bewohner teuer zu stehen kommen, wenn zum Beispiel Fördermittel von Land, Bund oder der Europäischen Union an der Region vorbei in andere Projekte und Fördergebiete fließen.

Mit dem neugegründeten Bergischen Rat soll nun eine neue Ära der regionalen Zusammenarbeit im Bergischen Land beginnen. So sollen gemeinsame Projekte wie zum Beispiel der Erhalt von Schloss Burg oder der Bau einer Arena Bergisch Land angepackt werden. Standortmarketing und Tourismusförderung sind weitere Aufgaben. Das Bergische Land erhält eine Unternehmensstruktur und hat sich eine Organisationsstruktur mit Aufsichtsrat, Bergischer Rat und Beirat geschaffen.

Ausführendes Organ ist die Bergische Gesellschaft, die aus der Bergischen Entwicklungsagentur (BEA) und der Regionalagentur Bergisches Städtedreieck hervorgegangen ist. Die Arbeit der Bergischen Gesellschaft erfährt ihre politische Legitimation durch den Bergischen Rat, in dem 50 Mitglieder der Stadträte von Wuppertal, Solingen und Remscheid sitzen. Sie wird finanziert durch die Gesellschafter Wuppertal, Solingen, Remscheid, Bergische IHK sowie die Stadtsparkassen der drei bergischen Städte.

Die Zusammensetzung des Bergischen Rates spiegelt das Größenverhältnis der Städte sowie das Ergebnis der vergangenen Kommunalwahl in den Städten wider. Die CDU ist im Bergischen Rat mit 15 Mitgliedern vertreten, darunter acht aus Wuppertal. Die SPD hat 14 Sitze, darunter acht aus Wuppertal. Weitere Parteien: Grüne (acht Sitze, Wuppertal fünf), Linke (vier Sitze, Wuppertal zwei), FDP (drei Sitze, Wuppertal ein Sitz), sowie AfD (2) und Pro NRW (1).

Mindestens zweimal im Jahr tritt der Bergische Rat zusammen. Zum Vorsitzenden wurde in der konstituierenden Sitzung im Haus Müngsten Klaus Jürgen Reese, Fraktionsvorsitzender der Wuppertaler SPD, gewählt. Seine Stellvertreter sind Bernd Quinting (CDU Remscheid) und Manfred Krause (Grüne, Solingen).

Der Aufsichtsrat hat IHK-Präsident Thomas Meyer zu seinem Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter ist Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Meyer im kommenden Jahr im Amt folgt. Der Vorsitz soll zwischen den drei Oberbürgermeistern und dem IHK-Präsidenten rotieren.

Wichtige Impulse werden auch aus dem Beirat erwartet. Dessen Vorsitzender ist Lambert T. Koch, Rektor der Universität. Mitglieder sind die Vorsitzenden der Bergischen Sparkassen, Vertreter der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften.

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