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Seit 100 Jahren schützt Baedeker vor Bränden

Seit 100 Jahren schützt Baedeker vor Bränden

Der Fachbetrieb für Brandschutz an der Hochstraße feiert seinen 100. Geburtstag. Angefangen hat alles mit Hanfschläuchen.

Nordstadt. Als Ernst Baedeker von der Hainstraße seine Hanfschläuche schulterte und das Löschgerät an Feuerwehren, Firmen und Haushalte im Tal verkaufte, da gab es noch keine modernen Rauchmelder. Es gab auch keine handlichen Haushaltsfeuerlöscher oder wirksame Rauchabzugsanlagen. Doch das Thema Brandschutz und Brandbekämpfung war im Jahr 1911 genauso aktuell wie heute und ließ den jungen Elberfelder zum Experten seines Fachs werden.

Baedeker Brandschutz entwickelte sich zum Fachbetrieb — und ist es geblieben: In diesem Jahr feiert das Familienunternehmen seinen 100. Geburtstag. „Ich finde, dafür haben wir uns gut gehalten“, scherzt Seniorchefin Irmgard Baedeker.

Seit 1993 ist das Geschäft im eigenen Gebäudekomplex an der Hochstraße 71 untergebracht und umfasst Verkaufs-, Beratungs- und Schulungsräume sowie Lager und Werkstatt. „Großhandel und Industrie gehören zu unseren Schwerpunkten“, sagt Joachim Baedeker, Urenkel des Firmengründers und seit fast 20 Jahren im Geschäft. Verkauft wird an Unternehmen, Installateure oder auch Feuerwehren, „kürzlich erst haben wir für eine Chirurgie ein Brandmeldesystem entwickelt“.

Zu den Interessenten gehören aber auch Privatkunden, die sich über Feuerlöscher, Rauchmeldeanlagen oder auch Wandhydranten informieren. Zudem werden regelmäßig Schulungen und Brandschutzunterweisungen angeboten.

Irmgard Baedeker, Seniorchefin, über den 100. Geburtstag des Familienunternehmens.

Das Ladenlokal an der Hochstraße ist aber auch so etwas wie ein kleines Brandschutz-Museum, denn Joachim Baedekers Vater Ralf hatte ein Faible für Souvenirs. Im Schaufenster steht ein kleiner Feuerwehrmann, im Verkaufsraum ist eine richtige Ausstellung zu bewundern: Mehr als 30 Feuerwehrhelme aus aller Welt lagern in den Regalen, in unterschiedlicher Ausführung und verschiedenen Alters. Aus Deutschland, aus England und Norwegen stammen sie, einer kommt aus Chicago. Sogar ein chinesisches Exemplar bereichert die Sammlung und macht das Geschäft unverwechselbar.

So wie das Markenzeichen des Betriebs, ein kleines Feuerwehrmännchen mit Wasserschlauch. „Das wurde schon oft kopiert“, sagt Joachim Baedeker und schaut amüsiert auf das Logo. Mehr als 40 Jahre alt ist es mittlerweile — freundlich, eindringlich — und aktuell wie eh und je.