Schaeffler bleibt hart: Jetzt droht ein massiver Jobabbau

Schaeffler bleibt hart: Jetzt droht ein massiver Jobabbau

Firma macht Drohung wahr und kündigt den Vertrag zur Standortsicherung.

Wuppertal. Am Donnerstag hatte Oberbürgermeister Peter Jung noch an Gesellschafterin Maria-Elisabeth-Schaeffler appelliert, die 1500 Arbeitsplätze im Schaeffler-Werk in Varresbeck zu erhalten. Und auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) hat sich noch einmal für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Doch diese Hoffnungen wurden jetzt herb enttäuscht. FAG Schaeffler hat die Ankündigung wahr gemacht und den Ergänzungstarifvertrag mit Beschäftigungssicherung bis 2016 jetzt fristgerecht gekündigt. Damit sind mindestens 750 Jobs — und damit die Hälfte der Schaeffler-Arbeitsplätze in Wuppertal — in akuter Gefahr.

Dabei hatte die IG Metall nach Angaben des 1. Bevollmächtigten Torsten Lankau bis zuletzt zu verhandeln versucht — und auch „ein paar wirklich üble Kröten“ angeboten. Doch die Schaeffler-Geschäftsführung habe alles abgelehnt. Nun droht ab 1. Januar ein massiver Stellenabbau mit betriebsbedingten Kündigungen. Die IG Metall will zwar retten, was zu retten ist, doch „es ist kein Zukunftskonzept erkennbar“, so Lankau. Vielmehr drohen die Mitarbeiter für ihre Solidarität mit Schaeffler im Falle der Arbeitslosigkeit auch noch mit niedrigeren Ansprüchen bestraft zu werden.

Ein Halbierung der Mitarbeiterzahl löse zudem nicht die Grundprobleme, so die IG Metall. Eher könnten weitere Probleme entstehen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Wuppertal insgesamt infrage stellen. Deshalb sieht Lankau alle 1500 Stellen in Gefahr. Das schätzt offenbar auch der Oberbürgermeister so ein, dem zufolge nun „1500 Arbeitsplätze am Wuppertaler Schaeffler-Standort gefährdet“ sind. Jung will nun kurzfristig das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um auszuloten, wie Stadt und Wirtschaftsförderung Unterstützung leisten könnten.

Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hermann Ott kündigte an: „Wir werden weiter für eine Rücknahme dieser Unternehmensverlagerung im Bund, im Land und in Wuppertal kämpfen.“

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