Salamander schließt im Januar

Salamander schließt im Januar

Klauser will die Entwicklung in der Stadt erst abwarten — und nicht jetzt investieren.

Wuppertal. Das Traditionshaus Salamander in Elberfeld schließt. Mitte Januar kommenden Jahres wird das Geschäft zum letzten Mal geöffnet sein. Wie Peter Prange, Chef des Schuhhauses Klauser, das seit Anfang 2009 auch das Deutschland-Geschäft von Salamander übernommen hat, erklärt, gilt die Lage im Elberfelder Einzelhandel derzeit schlicht als zu unübersichtlich.

Denn Klauser hätte nun die Option, für weitere zehn Jahre den Standort am Wall zu mieten. Doch unter anderem wegen der zahlreichen und dauerhaften Baustellen in Elberfeld zeigt sich Prange skeptisch. Solch große Baustellen hätten in anderen Städten zur Folge gehabt, dass die Kunden erst andere Einkaufsstädte schätzen lernen — und dann nach Beendigung der Baustelle doch nicht zurückkehren.

Zudem ist es Prange zufolge derzeit viel zu unübersichtlich, um sicher einzuschätzen, wie viel Verkaufsfläche es künftig in Elberfeld geben wird. Döppersberg mit Investorenhaus, ehemalige Bundesbahndirektion, City-Arkaden-Erweiterung und schließlich womöglich noch ein Ikea mit Fachmarktzentrum sowie ein Outlet Center in Remscheid? Prange: „Wuppertal ist nun einmal nicht Berlin, Hamburg oder München.“ Er wählt deshalb eine andere Strategie: „Fünf Jahre warten, bis sich der Nebel gelichtet hat“, lautet seine Devise. Nach Ablauf etwa dieser Zeit könne das Unternehmen wieder neu entscheiden, ob wieder eine Salamander-Filiale eröffnet wird oder nicht. Denn in anderen Städten baut das bundesweit tätige Schuhhaus Klauser auch Salamander-Geschäfte aus.

Solche Modernisierungen der Geschäfte kosten allerdings auch viel Geld. Zwischen 500.000 und einer Million Euro kann das kosten. Und genau solch einen Schritt will sich Prange angesichts von eventuell rund fünf Jahren mit Baustelle ersparen. Zumal genau solch eine Modernisierung nun auch in Elberfeld angestanden hätte. Doch jetzt an falscher Stelle zu investieren, verbietet sich für Prange.

Was angesichts der Baustellen und möglicher Verkaufsflächenerweiterung auf Wuppertal zukommt, dem begegnet Prange mit Respekt. Wenig zuversichtlich ist er angesichts der geplanten Sperrung der B7 und der Zustände auf der A 46. „Da ist Chaos programmiert“, sagt der Chef von Klauser.

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