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Langerfelder schützen die Schätze von Tokio Hotel

Langerfelder schützen die Schätze von Tokio Hotel

Transportbehälter für die Formel1, Mediamöbel für Fernsehanstalten und ein Koffer für die Hantelbank der Fantastischen Vier – all das und noch viel mehr produziert seit 1982 die Firma MGM Cases.

Langerfeld. Eine der schillerndsten Firmengeschichten im Osten der Stadt ist auch einem persönlichen Ärgernis zu verdanken: Veranstaltungstechniker Andreas Jäschke war es leid, dass Band-Equipment beim Transport immer wieder zu Bruch ging. Kurzerhand entwarf der gelernte Metaller Konstruktionspläne für Behälter, in denen das empfindliche Zubehör sicher von A nach B verbracht werden sollte.

Die Gründer von MGM Cases waren von den Plänen des jungen Wuppertalers so begeistert, dass sie ihm kurzerhand eine Stelle anboten. 25 Jahre später führte Jäschke unlängst beim Veranstaltungsmarathon 24 Stunden Live als Geschäftsleiter durch die 1600 Quadratmeter großen Fertigungshallen (die WZ berichtete).

An der Langerfelder Straße werden Transportbehälter für jeden Zweck maßangefertigt. Darunter waren schon einige spektakuläre Einzelstücke.

So produzierte das Unternehmen in den 1990er Jahren im Auftrag der Bergischen Universität einen Behälter für den Satelliten CRISTA-SPAS, der zur Abschussrampe nach Cape Canaveral geflogen werden musste. Der Clou hierbei: Die NASA gab als Bedingung vor, dass die Box strahlensicher sein musste. Eine besondere Herausforderung für einen mittelständigen Betrieb. Aber auch das meisterten die Langerfelder, wie noch vieles mehr. Zu den Auftraggebern gehört die Formel 1 und natürlich die Musik-Szene.

Für die Fantastischen Vier packte MGM die Hantelbank bruchsicher ein, damit diese mit auf Tour gehen konnte. Und die sogenannten Flightcases, in denen Tokio Hotel bei der "1000 Hotels"-Tour die Instrumente um die halbe Welt schickte, stammen ebenfalls aus der Langerfelder Produktionsstätte von MGM Cases.

Acht Mitarbeiter beschäftigt Jäschke in der Produktion - allesamt Allrounder. Sie können nicht nur Maschinen programmieren, Holz zuschneiden und Scharniere anschrauben.

Einige von ihnen haben zudem noch ganz andere Talente, die sich das Unternehmen gern zunutze macht. Recep Camur zum Beispiel ist nicht nur ein begnadeter Handwerker, sondern kann bei Verhandlungen mit Vertragspartnern in der Türkei seine Muttersprache als Kompetenz nutzen. "Da öffnet einem ein freundliches ,Merhaba’ auch mal Tür und Tor", freut sich Jäschke über die zusätzlichen Qualifikationen seiner Mitarbeiter.

Ein besonderes Talent hat auch Daniele Passero: Auf Betriebsfeiern dürfen sich die Kollegen immer mal wieder auf eine leckere selbstgemachte Pizza nach original italienischem Rezept freuen, denn Passero ist gelernter Pizzabäcker.