Jobbörse: Tolle Hilfe oder nur eine „Kugelschreiberjagd“?

Etwa 4000 Jugendliche kamen zur 18. Ausbildungsbörse in die Stadthalle – und nicht alle waren hellauf begeistert.

Wuppertal. Was mache ich nach der Schule? Welcher Job interessiert mich? Welcher Beruf passt zu mir? Auf viele dieser Fragen will die jährliche Ausbildungsbörse in der Stadthalle Schülern eine Antwort geben. Das Berufskolleg Elberfeld und die Europaschule Barmen laden seit 1991 Schüler ein, um diese bei der schwierigen Wahl des richtigen Jobs zu unterstützen. Am Donnerstag kamen etwa 4000 Schüler zur 18. Ausbildungsbörse - und deren Meinungen zu der Veranstaltung waren durchwachsen.

"Ich bin froh, dass ich hier bin, man wird gut informiert", resümierte Isabell (16). Das sieht auch der Vize-Schulleiter des Berufskollegs Elberfeld, Michael Obst, so. Seiner Ansicht nach werden den Schülern zahlreiche Möglichkeiten geboten, um die für sie korrekte Ausbildungsstelle zu finden.

"Die Ausbildungsbörse soll den Jugendlichen helfen, den ersten Kontakt mit möglichen Arbeitgebern herzustellen", sagt Obst. Davon machten die Schüler allerdings in unterschiedlichem Maß Gebrauch. So war beispielsweise Vanessa (18) der Ansicht, dass sie "nicht schlauer als vorher" sei. Auch Pia (16) erklärt, sie sei in der Stadthalle nur auf "Kugelschreiberjagd" gewesen.

Insgesamt präsentierten sich mehr als 80 Aussteller den Schülern. Darunter waren die Polizei, die Bundeswehr, der Apothekerverband sowie zahlreiche Wuppertaler Unternehmen.

Einige Jugendliche empfanden die Ausbildungsbörse aber auch als recht gut: "Ich finde es interessant, wie viele Berufe es hier gibt. Jeder will heutzutage eine Ausbildung haben, deshalb möchte ich mich informieren", stellte etwa David (17) fest.

Viele angehende Schulabgänger legten ihre Bewerbungsmappen aus. Ziel: Potenzielle Ausbilder sollten sich die Zeugnisse und Lebensläufe ansehen - und bei Interesse den Kontakt zu den jungen Menschen aufnehmen.

Enttäuscht von der Veranstaltung waren Steffi (18) und Laura (18): "Wir wollen studieren, eventuell ein duales Studium machen, aber es gibt zu wenig Infos dazu". Laut Michael Obst sind duale Studiengänge (Ausbildung und Studium laufen parallel) in NRW "gering ausgeprägt" und hätten keine Tradition, wie beispielsweise in Bayern.

Einige Schulen verpflichteten ihre Schüler zum Besuch der Ausbildungsbörse: "Wir müssen hier hin. Wenn wir uns einen Stempel geholt haben, dann können wir wieder gehen" sagte Mika (16). So wie ihm ging es vielen.

Die Veranstalter sehen das nicht so kritisch. "Die Schüler, welche die Börse nicht nutzen, bei denen ist Hopfen und Malz verloren", reagierte Michael Obst.

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