IHK verspricht: Keine Tricks bei der Präsidenten-Wahl

IHK verspricht: Keine Tricks bei der Präsidenten-Wahl

Der Favorit ist völlig überraschend durch die Wahl zur Vollversammlung abhanden gekommen.

Wuppertal. In der Unternehmerschaft brodelt die Gerüchteküche: Nachdem Stefan Kirschsieper nicht in die Vollversammlung der Kammer gewählt wurde, kann er eigentlich auch nicht zum Präsidenten gewählt werden. Doch der Geschäftsführer der Walter Kottmann GmbH & Co. KG galt als Favorit für das Amt des im Mai zu wählenden IHK-Präsidenten und war in den vergangenen Monaten bei vielen Terminen das Gesicht der IHK.

So mancher Unternehmer fragt sich daher gerade, wie die IHK diese Herausforderung lösen wird. Die klare Ansage des noch amtierenden und im Mai ausscheidenden IHK-Präsidenten Friedhelm Sträter und des IHK-Hauptgeschäftsführers Michael Wenge lautet jedoch unisono: „Mit uns wird es keine Tricks geben. Das machen wir nicht.“

Spekulationen, einer der in die Vollversammlung gewählten Kandidaten könne ja noch zu Gunsten von Kirschsieper zurücktreten oder gar dazu gedrängt werden, erteilen Sträter und Wenge eine Absage. Sie raten davon ab. Jedoch sei die Vollversammlung natürlich souverän.

Auch eine andernorts bereits praktizierte und in der Öffentlichkeit gar nicht gut angekommene Kooptation, also die Zuwahl eines zusätzlichen Mitglieds (in diesem Fall Stefan Kirschsieper) durch die Vollversammlung, erteilen Sträter und Wenge eine Absage. Solche Tricks wolle man nicht unternehmen, um den Favoriten doch noch in die Wahl zu schicken. Das würde einen neuen Präsidenten Kirschsieper sofort schädigen: „Wir sind ehrbare Kaufleute. Das ist mit Wuppertal nicht zu machen“, sagen Sträter und Wenge.

Stefan Kirschsieper verpasste den Einzug in die Vollversammlung hauchdünn um eine Stimme und wäre sonst mit zwei davor platzierten Kandidaten gleichgezogen. Wenge findet das „sehr traurig“.

Gleichwohl wird er jetzt zusammen mit Sträter und drei aktuellen sowie wiedergewählten Mitgliedern des Präsidiums eine neue Vorauswahl treffen müssen. Diese Gruppe trifft sich Anfang März. Im Mai läuft dann die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments der Wirtschaft.

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