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Häuslebauer zieht es wieder näher an die Innenstädte

Häuslebauer zieht es wieder näher an die Innenstädte

Die Preise für weniger attraktive Wohn-Immobilien sind deutlich gesunken. Die Nachfrage nach guter Qualität bleibt hoch.

Wuppertal. Eigenheime und Eigentumswohnungen, bevorzugt in hochwertigen Vierteln und nicht zu weit von den Innenstädten entfernt, bleiben sehr gut nachgefragt. Das berichten im Immobilienverband Deutschland organisierte Makler. "Es geht wieder rein in die Stadt", heißt es. Innerstädtische Infrastruktur mit Verkehrsmitteln, medizinische Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gelten derzeit als Garant für langfristige Attraktivität.

Richtig teure Einfamilienhäuser mit einem Wert von mehr als einer Million Euro liegen allerdings mehr oder weniger wie Blei. Wie Stephan A. Vollmer, Hans Michael Stephan und Frank Müller berichten, ist in den vergangenen fünf Jahren nur ein solches Objekt verkauft worden. Zwischen 15 und 20 sind aber derzeit auf dem Markt. Mehr als 410 000 Euro Erlös ließen sich momentan nur in seltenen Fällen realisieren.

Eine Grunderkenntnis: Hochwertige Immobilien bleiben im Preis stabil, eher unmoderne Immobilien hingegen stürzen signifikant ab. Wer derzeit von der Miete ins Eigentum wechseln möchte, kann daher für bis zu 11 Prozent weniger als im Vorjahr zum Immobilienbesitzer werden, erklären die Makler. Auf die Mieten in weniger gefragten Immobilien wirke sich das so aus, dass teilweise sogar Mietpreise von weniger als 3,50 Euro je Quadratmeter fällig werden.

Das Haushaltssicherungskonzept wirkt sich dabei nach Beobachtung der Makler nicht auf den Immobilienmarkt aus. Allerdings spüren die Makler bei Gesprächen mit Interessenten aus anderen Städten, dass es um Wuppertals Ruf aufgrund der bundesweit transportierten Nachricht von der Haushaltsklemme nicht sonderlich gut steht.

Ein weiterer Trend: Viele Immobilienbesitzer sehen die Entwicklung auf den Finanzmärkten offenbar auch mit einem lachenden Auge. Denn jede Meldung über eine Wert-Bedrohung des Euro und eine drohende Inflation erhöhe die Nachfrage nach Sachwerten.

Folglich sind im Immobilienmarkt wieder vermehrt Kapitalanleger unterwegs. Die Makler machen sogar einen Nachfrageüberhang aus. Denn gerade derzeit wolle sich längst nicht jeder für einen Verkauf seiner Immobilie in Frage kommender Eigentümer auch von seinem Besitz trennen.