Gewerbeflächen in Wuppertal werden knapp

Gewerbeflächen in Wuppertal werden knapp

Soll künftig nicht mehr jedes Unternehmen auch ein Flächenangebot erhalten?

Wuppertal. Flächen sind endlich, Handlungsspielräume werden enger. Und für die Diskussion mit der Bezirksregierung braucht Wuppertal ein nachvollziehbares Programm für die Entwicklung von Gewerbeflächen. Das liegt nun vor, ist aber noch nicht beschlossen. Grundsätzliche Zustimmung aus Düsseldorf gibt es trotzdem.

Eine Erkenntnis des Papiers: Zwischen den Jahren 2006 und 2010 war eigentlich ein gewerblicher Bauflächenbedarf von etwa 10 Hektar prognostiziert. Der wurde aber in Wirklichkeit weit übertroffen und lag bei rund 15 Hektar pro Jahr. Angesichts der Tatsache, dass sich Gewerbegebiete eben nicht unendlich ausweiten lassen, merkt das neue Handlungsprogramm kritisch an, dass sich unter den vermarkteten Flächen auch solche Projekte befinden, die gar nicht dringend die Qualität eines Gewerbegebiets benötigen — und auch innenstadtnah hätten untergebracht werden können.

Die Perspektive? Aktuell verfügt Wuppertal über 56 Hektar an kurzfristig verfügbarer gewerblicher Baufläche, bei denen die Stadt von guter bis mittlerer Verwertbarkeit spricht. Das sind vor allem Flächen in Ronsdorf, Vohwinkel und Oberbarmen.

Bewegt sich die Nachfrage jedoch auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den vergangenen Jahren, so ist dieses kurzfristig verfügbare Flächenpotenzial bereits etwa im Jahr 2015 vermarktet. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Entwicklung des Gebiets „New Area“ (Kleine Höhe) sich nur dann rentiert, wenn es Förderungen für die Erschließungskosten gibt. Sollte auch das nicht gelingen, ist eher an eine Nutzung als Wohnstandort gedacht. Mittelfristig, so heißt es, ist das Gewerbegebiet Blombach-Süd zu entwickeln. So könnten gut 12 Hektar (oder sogar mehr) zur Verfügung stehen. Wirklich viel Spielraum gewinnt die Stadt dadurch aber auch nicht. Deshalb sollen neue Flächen identifiziert werden, zu deren Entwicklung allerdings erst noch mit Düsseldorf diskutiert werden muss.

Klar ist aber so oder so und trotz Berücksichtigung der Brachen: In wenigen Jahren „wird man allein aufgrund der natürlichen Gegebenheiten an die faktischen Grenzen des gewerblichen Flächenbedarfs stoßen“, wie es in dem Papier heißt.

Die Frage: Soll wirklich jedem nachfragenden Unternehmen auch ein Angebot unterbreitet werden? Denn dann verbrauchte Flächen stünden eventuell für wichtigere und strukturrelevantere Unternehmen nicht mehr zur Verfügung. Künftig sollen deshalb drei Kriterien im Vordergrund stehen: Zugehörigkeit zu einem Kompetenzfeld (Automotive, Event und Kommunikation, Health und Personal Care, Metallverarbeitung, Produktentwicklung und -design); Arbeitsplätze und Gewerbesteueraufkommen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung