Gagfah verkauft Wohnungen in der Siedlung Rehsiepen

Gagfah verkauft Wohnungen in der Siedlung Rehsiepen

Der Konzern setzt seine Verkaufsstrategie auch in Wuppertal fort. Der neue Eigentümer hat den Hauptsitz in Berlin.

Ronsdorf. Schon Ende Oktober nährte ein dann aber zurückgezogenes Papier in der Bezirksvertretung Ronsdorf die Vermutung, das Wohnungsunternehmen Gagfah verkaufe zumindest einen Teil des Wohnungsbestands in Wuppertal. Das Unternehmen sagte seinerzeit dazu aber nichts aus. Jetzt immerhin bestätigt Gagfah den mittlerweile offenbar erfolgten Verkauf. Die wegen des schlechten Zustands so oft in die Schlagzeilen geratenen mehr als 700 Wohnungen in den Häusern am Rehsiepen sind verkauft. An wen und zu welchem Preis? Darüber ist laut Gagfah Stillschweigen vereinbart.

Nach Informationen von Mietern ist der neue Eigentümer jedoch die Residential Wuppertal Grundstücks GmbH. Die Verwaltung soll die Grand City Property GmbH übernehmen. Für beide Unternehmen liegt der Hauptsitz wie zum Beispiel bei den Solinger Gagfah-Verkäufen in Berlin.

Damit folgt Gagfah nun auch in Wuppertal ihrer bundesweiten Strategie, sich von Wohnungen zu trennen. Nach Medienberichten droht zudem ein Rechtsstreit zwischen Gagfah und der Stadt Dresden. Der Agentur Reuters zufolge hat Dresden den Konzern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln auf eine Vertragsstrafe von mehr als einer Milliarde Euro verklagt — und die Mediation ist gescheitert.

Bundesweit klagen Mieterschützer darüber, dass Fortress als Besitzer der Gagfah die deutsche Tochter ausquetsche. Gagfah ist mit bundesweit rund 155.000 Wohneinheiten Deutschlands größter börsennotierter Immobilienkonzern. In Wuppertal werden auf der Internetseite derzeit aber keine Wohnungen mehr angeboten.

Um die Vermietung für Wohnungen in Wuppertal voranzutreiben, hat die Gagfah in der Vergangenheit auch auf das Instrument gesetzt, mit Vergabe des Mietvertrags auch einen Gutschein für einen Baumarkt auszugeben. Hammer-Wohnung nannte sich das Projekt. Für Mieter waren bis zu 1000 Euro drin.

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