Es liegt was in der Luft – und Becker bringt es in Bewegung

Es liegt was in der Luft – und Becker bringt es in Bewegung

Gebr. Becker feiert 125-jähriges Jubiläum. Die Firma ist ein Tausendfüßler, liefert für viele Branchen.

Wuppertal. Als bei Gebr. Becker die ersten Überlegungen zum 125-jährigen Bestehen des Unternehmens anstanden, wussten die Verantwortlichen angesichts von Wirtschaftskrise, nie zuvor gemachten Erfahrungen mit Umsatzeinbrüchen und mangelnder Prognose-Sicherheit zunächst selbst nicht, wie sie mit diesem Termin umgehen sollten. Doch die Firma entschied sich, das Jubiläum nicht einfach verstreichen zu lassen. Jetzt wurde gefeiert - und das nicht nur kräftig mit gut 700 Menschen auf dem Firmengelände am Hölker Feld, sondern auch in einem wirtschaftlich sehr viel freundlicheren Umfeld als noch vor einem Jahr.

Der Umsatz zieht längst wieder kräftig an, die Krise wurde zwar mit Kurzarbeit, aber ohne Stellenabbau gemeistert, die zusätzliche Anmietung eines Gebäudes gegenüber des Firmengeländes, um das Servicecenter unterzubringen, dokumentiert den stabilen Erholungskurs.

Der ist bei Becker, wo nach dem Krieg nur etwa 15 Menschen arbeiteten, alles andere als unbekannt. Seit vielen Jahren geht das Unternehmen strikt den Weg der Internationalisierung sowie der Diversifizierung. Das heißt: Kunden aus dem Bereich Druck und Papier bringen zwar immer noch einen 30-prozentigen Umsatzanteil, doch Becker ist längst ein Tausendfüßler. Denn die Technik für lufttechnische Komponenten ist in vielen Branchen gefragt: So kommt Becker-Technik beispielsweise zum Einsatz, wenn Kaffee in Vakuumverpackungen gefüllt, Sekrete oder Narkosegase im Operationssaal abgesaugt, Granulat in Kunststoffspritzmaschinen befördert, beim Lasern Gasmischungen in Umlauf gebracht oder Platinen in Pick&Place-Anwendungen erst angesaugt und dann platziert werden.

Eine Folge der Vielfältigkeit: Schwächelt eine Branche, so ist Becker immer noch in genügend anderen Branchen tätig, ohne wirklich anfällig zu sein. Was die Internationalisierung angeht, so bringt Asien bereits 15 Prozent des Umsatzes und ist nach Angaben von Martin Becker, Sprecher der Geschäftsführung, als Wachstumsmarkt identifiziert.

Einen Quantensprung in der Firmengeschichte stellt die vor einigen Jahren vollzogene Umstellung auf die so genannte Inselfertigung dar. Dabei sind quasi Fabriken innerhalb der Fabrik entstanden. In denen haben die einzelnen Inseln eine eigene Produktverantwortung und eine eigene Lagerhaltung. Die Inselfertigung erhöht die Reaktionsfähigkeit der Firma. Personalchef Hans-Michael Kapler drückt es so aus: "Wir haben aus einem großen Tanker ein paar Schnellboote gemacht."

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