1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Wirtschaft

Der große Wurf im Süden: Wuppertal punktet wieder

Der große Wurf im Süden: Wuppertal punktet wieder

Von Erbschlö bis zur Barmenia: Diese Meile ist nicht unumstritten. Aber sie birgt jede Menge Entwicklungspotenzial.

Wuppertal. Wenn am Donnerstag das Richtfest für die neue Justizvollzugsanstalt auf Erbschlö gefeiert wird, dann stellt das nicht einfach nur den Fortgang des wegen der Naturverträglichkeit umstrittenen Projekts dar. Die JVA ist auch räumlich Auftakt vieler Baumaßnahmen, die Wuppertals Zukunftsfähigkeit sichern sollen.

So entstehen unmittelbar an der neuen JVA (124 Millionen Euro Bauvolumen, etwa 250 Arbeitsplätze) ab Frühjahr 2011 die Landesfinanz sowie die Justizvollzugsschule - und ab Frühjahr 2012 die neuen Bauten für die Bereitschaftspolizei. Gebaut wird auf sage und schreibe 30 Hektar.

Richtung Westen schließt sich der Engineering Park an. Laut Kondor Wessels läuft die Vermarktung besser als erwartet. Ein Viertel der rund 220000 Quadratmeter für Gewerbe und Industrie ist verkauft. Für 46000 Quadratmeter gibt es aktuell ernsthafte Interessenten. Bis zu 50 000 Quadratmeter will der Projektentwickler noch in diesem Jahr an den Mann bringen.

Für einen Logistiker wurde gerade erst der Bebauungsplan modifiziert. Zum Gesamtareal gehört auch das Projekt Wohnen am Scharpenacken. Rund 120 Häuser werden dort auf mehr als 37000 Quadratmetern vermarktet. Etwa 50 Häuser sind bereits verkauft, je rund zur Hälfte an Privateigentümer und institutionelle Anleger.

In unmittelbarer Nähe beginnt das W-tec damit, für rund 2,5 Millionen Euro weitere 2800 Quadratmeter Büro- und Laborflächen für Existenzgründer und Technologiefirmen herzurichten. Von dort ist es nur ein Katzensprung zu dem Grundstück, wo Bauhaus unmittelbar am Hornbach einen weiteren Fachmarkt eröffnen könnte.

Durch das komplette Gebiet zieht sich die in Korzert beginnende rund 12 Millionen Euro kostende Fernwärmetrasse. Auf Höhe der Barmer GEK ist deutlich sichtbar, um was für Ausmaße es sich dabei handelt. Weil in der Erde kein Platz bleibt, läuft die Leitung dort oberirdisch, was nicht sonderlich hübsch, aber effektiv ist.

Wer der Straße weiter Richtung Elberfeld folgt, passiert die Bergische Sonne, für die derzeit ein Investor gesucht wird und wo auch der Bau eines Hotels zumindest im Gespräch ist.

Weiter unten steht die offizielle Fertigstellung des Barmenia-Neubaus aus. Dort endet die Entwicklungs-Meile mit einer Investition von mehr als 160 Millionen Euro.