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Bayer wächst: Neue Produktion für 400 Millionen Euro (mit Video)

Bayer wächst: Neue Produktion für 400 Millionen Euro (mit Video)

Der Konzern investiert in den kommenden Jahren rund 400 Millionen Euro.

Wuppertal. Bayer investiert in den kommenden Jahren allein in Wuppertal rund 400 Millionen Euro und schafft damit bis zum Jahr 2020 auch 360 zusätzliche Arbeitsplätze. Aufmerksame Gäste in der Schwebebahn können den Fortgang der Arbeiten bereits beobachten. Schon jetzt werden Fachkräfte für Produktion, Logistik und Labor werden eingestellt.

Standortleiter Klaus Jelich zur Investition und den daraus folgenden Aufgaben: „Das ist wirklich eine Riesennummer.“

Hintergrund ist, dass weltweit immer mehr Menschen an der Bluterkrankheit behandelt werden, auch in wirtschaftlich aufstrebenden Regionen. Daraus ergeben sich neue Absatzchancen für die Wirkstoffe aus Wuppertal in Medikamenten von Bayer. Bluter leiden darunter, dass ihr Blut an Wunden nur sehr langsam oder gar nicht mehr gerinnt.

Bayer hat bereits ein Mittel gegen die Bluterkrankheit auf dem Markt. Es heißt Kogenate und wird bis jetzt ausschließlich in Berkeley (USA) produziert. Die Wirkstoffe für zwei biotechnische Weiterentwicklungen dieses Medikaments werden aber bald auch in Wuppertal hergestellt.

Mit den neuen Wirkstoffen verfolgt Bayer das Ziel, die Patienten sich das Medikament nicht mehr bis zu dreimal wöchentlich, sondern nur noch einmal pro Woche spritzen müssen. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine lebenslange Krankheit handelt, kann das also eine Erleichterung darstellen, erklärt Jelich.

Zudem gibt es einen Wandel von der Akutbehandlung zu einer dauerhaften und prophylaktischen.

Herzstücke der Investition in Wuppertal sind ein neues Laborgebäude für die Qualitätskontrolle, ein neues Lager und vor allem das neue Produktionsgebäude nahe dem Schwebebahnhof Varresbeck. Dort werden die Wirkstoffe in einem komplizierten Prozess gewonnen, um dann tiefgekühlt nach Leverkusen transportiert zu werden, wo sie zu Medikamenten verarbeitet werden.

Das Produktionsgebäude selbst steht auf 264 Pfählen, die in bis zu 20 Meter Tiefe in den Fels gerammt werden. Danach wird die Statik aufgebaut, bevor die Bodenplatte aufgetragen wird.