Auf dem Prüfstand: Rohre für die Pipelines der Welt

Auf dem Prüfstand: Rohre für die Pipelines der Welt

Großauftrag für Borusan Mannesmann in der Türkei. Deutsch liefert sieben Prüfanlagen.

Wuppertal. Branchen, in denen das Abarbeiten der einzelnen Aufträge viel Zeit in Anspruch nimmt, spüren den Aufschwung unter Umständen zeitversetzt. Bei der Firma Karl Deutsch Prüf- und Messgerätebau GmbH + Co KG am Otto-Hausmann-Ring ist das zum Beispiel so. So ist das Unternehmen derzeit für ein Jahr nahezu ausgebucht, hat aber im Krisenjahr 2009 auch keinen krassen Knick hinnehmen müssen.

Derzeit stehen bei Karl Deutsch wieder entsprechend große Prüfmaschinen. Sieben Anlagen im Wert von mehr als 3 Millionen Euro hat das Unternehmen nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Wolfram Deutsch an Borusan Mannesmann in der Türkei verkauft. Drei dieser Maschinen, die für Pipelines zum Einsatz kommen, stehen kurz vor der Lieferung.

Die auf Ultraschall-Technik aufbauende Bandprüfanlage für spiralgeschweißte Pipelinerohre ist dabei mit so vielen Sensoren ausgestattet, dass eine 100-prozentige Überdeckung erreicht wird. Dabei windet sich das Endlos-Rohr spiralig am Prüfstand vorbei. Bei der Prüfung im Echt-Einsatz zeigt der Wasserdampf, dass unmittelbar nach dem Schweißen am heißen Rohr geprüft wird. Entdeckt die Anlage einen Riss, so markiert sie ihn. Der Hersteller entscheidet dann, ob das Rohr noch für andere Zwecke taugt.

Zwischen zehn und 15 solcher Anlagen baut Deutsch mit seinen 150 Mitarbeitern, davon 130 in den beiden Wuppertaler Werken, jährlich. Kunden sind die Rohrhersteller, nicht etwa die Öl- oder Gasfirmen. Die Erdölgesellschaften legen die Normen fest, nach denen die Prüfung zu erfolgen hat. Konstruktion, Mechanik, Elektrik und Elektronik dafür leistet oder verbaut Deutsch.

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