100 Arbeitsplätze bei Johnson Controls in Gefahr

100 Arbeitsplätze bei Johnson Controls in Gefahr

Unternehmen will die 40-Stunden-Woche einführen. IG Metall lehnt das Paket strikt ab.

Wuppertal. Seit einem Jahr verhandelt die IG Metall Wuppertal mit der Johnson Controls Interiors GmbH mit Sitz an der Konsumstraße. Nun platzten die jüngsten Gespräche darüber, wie es in dem Betrieb weitergehen soll. Denn mit dem, was das Unternehmen anbietet, mag sich die Gewerkschaft nicht anfreunden.

Geht es nach Johnson Controls, so wird die Belegschaft um 100 Mitarbeiter schrumpfen, wird künftig 40 Stunden pro Woche gearbeitet und hat das Abkommen eine Laufzeit von zwei Jahren. Drei dicke Punkte, die IG-Metall-Chef Knut Giesler rundherum ablehnt. Er spricht geradeheraus von einer „Unverschämtheit“.

Vorgeschichte: Ursprünglich gab es einen Standorttarifvertrag, der bis September vergangenen Jahres gelten sollte. Zwei wichtige Bausteine: Eine 37,5-Stunden-Woche und die Verständigung darüber, dass die Zahl der Mitarbeiter nicht unter 373 fällt. Als dann im Frühjahr vergangenen Jahres der Verhandlungspflicht entsprechend die ersten Gespräche wieder aufgenommen wurden, konnte Johnson Controls aber nach Angaben der IG Metall kein Konzept präsentieren.

Es folgten zwei Moratorien, bis zu deren Ablauf das Unternehmen die Zeit für die Entwicklung eines Standortkonzepts hätten nutzen sollen. Um wenigstens ein Signal für den Standort zu haben, forderte Giesler dabei auch, die Beschäftigungsverhältnisse von 20 Leiharbeitern in feste Verträge umzuwandeln. Und es stand im Raum, die bis dahin geleistete Mehrarbeit der Beschäftigten als Risikobeitrag mit in die Waagschale zu werfen. Giesler zufolge war auch stets klar, dass die Gewerkschaft einen solch massiven Arbeitsplatzabbau sowie eine 40-Stunden-Woche nicht mittragen werde und darauf drängt, ausgelagerte Arbeit wieder nach Wuppertal zu holen.

Dass die Firma nicht gerade schwarze Zahlen schreibt, räumt Giesler ein. Darüber, wie rot die seien, könne jedoch gestritten werden. Die Auftragslage reiche jedenfalls noch für gut zwei Jahre aus. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 410 Mitarbeiter.

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