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Wird das Gold-Zack-Gebäude in der Wuppertaler Nordstadt verkauft?

Immobilie : Lösung fürs Gold-Zack-Gebäude?

Die Mieter könnten sich vorstellen, das historische Haus zu erwerben - der Stadt gefällt die Idee.

Bei den Verhandlungen zum Verkauf des ehemaligen Gold-Zack-Fabrikgebäudes an der Wiesenstraße 118 gibt es zwar aktuell noch keinen neuen Stand, aber immerhin eine Option, die einen hoffnungsvollen Weg für eine Nutzung des Objektes aufzeigt. Bei einem Gespräch zwischen der Stadt und den Mieterinnen und Mietern sei die Idee aufgekommen, dass die Mietparteien sich zusammenschließen und das Gebäude selbst erwerben könnten, sagte Kämmerer Johannes Slawig am Mittwochabend in der Bezirksvertretung Elberfeld. Die Stadt begrüße dieses Modell ausdrücklich, biete es doch die Möglichkeit, dass „das jetzige Nutzungskonzept fortgeführt“ werde, betonte er vor den Bezirksvertretern.

Allerdings befinde man sich derzeit noch ganz am Anfang der Gespräche, immerhin sei das Haus stark sanierungsbedürftig, müssten Dach, Fassade und Technik erneuert werden. Zudem kann die Stadt das Objekt auch nicht für einen lediglich symbolischen Preis abgeben. Allerdings wolle man bei dem diskutierten Modell auch nicht das „Maximum des Verkaufspreises“ erzielen, räumte Slawig ein. Für die Stadt sei es auf jeden Fall wünschenswerter, das Haus an die jetzigen Mieter als an einen externen Investor zu veräußern.

Das frühere Gold-Zack-Gebäude ist in den vergangenen Jahren zu einer Art „Gewerbehof“ entwickelt worden und bietet nahe der Nordbahntrasse einen Mix aus Beruf, Kultur und Freizeit. Das Objekt befindet sich im Besitz der Delphin Vermögensverwaltung GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt, die bis Ende 2020 aufgelöst werden soll.

Bis Ende des Jahres hofft auch Slawig auf eine Lösung für die weitere Nutzung des Gebäudes. Derzeit gebe es keine weiteren Anfragen von potenziellen Investoren und auch keine parallelen Gespräche mit Interessenten. Es werde „exklusiv“ mit den Mietern über den Verkauf gesprochen.

Kulturzentrum soll
erhalten bleiben

Die Ausführungen Slawigs stießen bei den Bezirksvertretern auf grundsätzliche Zustimmung. Der Fraktionsvorsitzende der SPD in der BV, Thomas Kring, warnte allerdings davor, dass sich die Stadt mit einem Verkauf komplett aus der Verantwortung für das historische Gebäude zurückziehe. Das sei „ein Schritt in die falsche Richtung“. Geprüft werden solle deshalb, ob das Objekt nicht in Erbpacht an die jetzigen Mieter übergeben werden könnte.

Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) bekräftigte den Wunsch der BV, dass das Gebäude als Kulturzentrum erhalten werden sollte. Auch der Linken-Fraktionsvorsitzende Cemal Agir verwies auf die „große Bedeutung“, die das Haus im Quartier genieße.