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„Wir können 160 Plätze gut füllen“

„Wir können 160 Plätze gut füllen“

Theater am Tanzhaus zieht zur Komödie an den Karlsplatz. Ab 6. Januar läuft dort das neue Stück „Job Suey“.

Nach Neujahr hat Kristof Stößel anstrengende Tage vor sich. Während andere noch den Urlaub genießen, zieht er mit seinem KS Theater vom Tanzhaus zur Komödie an den Karlsplatz. Direkt nach dem Umzug geht’s weiter mit den Proben für „Job Suey“. Das Stück soll ab 6. Januar in der neuen Spielstätte laufen. Ein eng gestrickter Zeitplan, gibt Stößel zu. „Die Woche wird spannend!“

Kristof Stößel

Es wird kein großer Umzug - da hat der Theaterleiter vorgesorgt. Die alte Bühne bleibt im Tanzhaus. Dafür kann das KS Theater die Bühnentechnik von Cordula Polsters Komödie nutzen. „Es wird jetzt ein richtiges Theater“, freut sich Stößel. „Wir haben aufsteigende Sitzreihen und können richtige Bühnenwände und Türen bauen.“ Die Räume des KS Theaters in der Bendahler Straße werden auch künftig als Büro, Probenraum und Kostümfundus genutzt.

Umzugsfreundlich ist sogar „Job Suey“ mit seiner bescheidenen Ausstattung. Für aufwändige Bühnenbilder braucht Stößel jedoch einen Raum, „trocken, ebenerdig und nicht zu teuer“. Der muss gefunden sein, bevor im März - das KS-Ensemble spielt an den ungeraden Monaten in der Komödie - der Nachfolger „Ein Herz aus Schokolade“ startet. Dieses Ensemble umfasst aktuell 25 Personen und als prominenten Neuzugang kündigt Stößel den Fernsehschauspieler Steffen Laube an.

Zentrale Lage, Gastronomie im Haus, Parkplätze in der Nähe - für Stößel liegen die Vorteile des Standorts Karlsplatz auf der Hand. Dennoch spricht er von einem „Wagnis, weil sich die Kosten um ein Vielfaches erhöhen. Aber da muss man angstfrei sein.“ Er zählt weiter auf Sponsoren wie Sparkasse und Wuppertaler Stadtwerke und baut auf seine Zuschauer, die für eine Vorstellung zum Teil aus Aachen und Gelsenkirchen anreisen. An Publikumsspenden sind zuletzt mehr als 7000 Euro zusammengekommen.

„Die Leute scharren mit den Hufen“, sagt Stößel und weist auf die hohen Reservierungszahlen für Januar hin. „Wir können die 160 Plätze gut füllen.“ Im Gespräch steckt der Theatermacher den finanziellen Rahmen ab, indem er von einem Traum erzählt. Er habe die Tage geträumt, 300.000 Euro gewonnen zu haben. „Das wäre wunderbar. Dann hätten wir für die nächsten drei Jahre ausgesorgt.“

Ganz konkret sieht Stößel Gastspiele als Mittel, um die Kasse zu füllen. Ein prominenter Fan, Chef eines Theaterverlags, habe sich angeboten, fürs KS Theater eine Tour entlang der Ostsee zu planen. „Der ist geradezu angefixt von uns.“

Präsent will Stößel auch vor Ort sein. „Wir werden einmal im Monat durch die Stadt gehen und Flyer verteilen“, erklärt er. Und in der neuen Spielstätte darf die Atmosphäre so locker sein, wie das Publikum es vom Tanzhaus her kennt. Stößel kündigt an, dass Besucher von „Job Suey“ schon vorab im Foyer mindestens einer Schauspielerin über den Weg laufen können.

Neben dem Theater mit „Herz und Wärme“, für das Stößel einsteht, kümmert man sich natürlich auch ums leibliche Wohl.

Die Tradition der Vormittagsvorstellungen mit Brunch wird in der Komödie fortgesetzt. Außerdem soll es nach Sonntagsvorstellungen regelmäßig Kaffee und Kuchen im Gastronomiebereich geben.