Künstler Marco Leckzut möchte Beyenburg ein Denkmal der anderen Art setzen – Kosten: etwa 20 000 Euro Wimmelbild am Wupperstollen geplant

Beyenburg · Künstler Marco Leckzut möchte Beyenburg ein Denkmal der anderen Art setzen – Kosten: etwa 20 000 Euro.

 Grafiker und Graffiti-Künstler Marko Leckzut machte in Wuppertal bereits aus Verteilerkästen Kunstwerke, hier an der Heinrich-Böll-Straße. Nun soll eine 150 Quadratmeter große Wand in Beyenburg folgen.

Grafiker und Graffiti-Künstler Marko Leckzut machte in Wuppertal bereits aus Verteilerkästen Kunstwerke, hier an der Heinrich-Böll-Straße. Nun soll eine 150 Quadratmeter große Wand in Beyenburg folgen.

Foto: ANNA SCHWARTZ

Mit einem fünf Meter hohen Wimmelbild könnte Beyenburg eine neue Attraktion bekommen. Das ist die Idee des gebürtigen Wuppertaler Grafikers und Graffiti-Künstlers Marko Leckzut. Es geht dabei um eine Wand an der Ecke Porta Westfalica / Am Wupperstollen, die quasi das Entrée nach Beyenburg bildet.

Die Wand hat eine Fläche von 150 Quadratmetern und soll mit einer großen Landschaft gefüllt werden, die Beyenburger Schlüsselpunkte darstellt, erklärt Marko Leckzut. Er habe bereits einen geführten Rundgang durch Beyenburg unternommen und sich vor Ort inspirieren lassen. Dabei betont er, dass es sich nicht um eine Aufarbeitung als Graffito handle, sondern ein klassisches Wimmelbild zeigen solle, das Beyenburger Szenen, Menschen und Orte aufgreife.

Motive vom Kloster
bis zum Hochwasser

Bezirksbürgermeister Andreas Bialas stellte das Vorhaben in dieser Woche in der Sitzung der Bezirksvertretung vor – und zeigte sich euphorisch: „Da gibt es viele Möglichkeiten“, sagte Bialas, der mit Leckzut die weiteren Planungen und Absprachen übernimmt. „Es gibt den Stausee mit seinen Drachenbooten und der Regatta der Kanuten. Es gibt das Kloster, Prozessionen, den Pilgerweg.“ Auch Bruder Dirk als letzter Vertreter des Kreuzherren-Ordens sei sicher ein Motiv. Die Himmelfahrtskirmes sowie Haus Bilstein könnten abgebildet werden, Logos der Vereine, aber natürlich auch Ereignisse wie die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021.

„Die Bilder sollen Identifikationspotenzial besitzen und gleichzeitig auch für den Tourismus attraktiv sein“, so Bialas. Ein Entwurf soll bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung im August vorgestellt und besprochen werden. Eine Umsetzung ist nach bisherigen Überlegungen noch für dieses Jahr angedacht, wobei Andreas Zawierucha von der Fraktion der Grünen betont, dass „die Akzeptanz der Dorfgemeinschaft“ vorausgesetzt werden müsse.

Finanziert werden könnte das Projekt durch Mittel aus dem sogenannten Gemeindefinanzierungsgesetz. Andreas Bialas sprach von rund 20 000 Euro, die die weitere Umsetzung beanspruchen könnten. Die Mitglieder der Bezirksvertretung waren einstimmig dafür.

Marko Leckzut ist in Langerfeld kein Unbekannter. Zusammen mit Cross-Media-Designer Marc Stania verschönerte er im Jahr 2022 eine Reihe von Verteilerkästen an der Hilgershöhe, die der Telekom, der Post und den Wuppertaler Stadtwerken gehören. Eine Fortsetzung ist ebenfalls in Arbeit. „Die Verteilerkästen auf der Hilgershöhe sehen toll aus und werden von den Bewohnern sehr geschätzt“, teilt Margret Hahn, Vorsitzende des Bürgervereins Langerfeld, auf Nachfrage der WZ mit.

Ziel war auch, Vandalismus und Schmierereien vorzubeugen

Schon damals habe das Ziel auch darin bestanden, Vandalismus und Schmierereien entgegenzuwirken und gleichzeitig das Erscheinungsbild der Kästen aufzupolieren – unter anderem mit Motiven einer Bergischen Kaffeetafel und eines Fliegenpilzes, aber auch im Gedenken an Jüdin Anne Frank. Unterstützt wurde der Bürgerverein dabei durch das Quartierbüro „Vier Zwo Zwo“.

Man sei gerade in Gesprächen für die Gestaltung einiger Kästen in Langerfeld-Mitte. Auch dies werde durch Mittel der Bezirksvertretung finanziert. „Für den Bereich Langerfeld-West läuft zudem ein Antrag auf Gewährung von Mitteln aus dem Verfügungsfonds Sozialer Zusammenhalt für erst einmal 25 Kästen.“ Wenn dies bewilligt werde, brauche es zunächst eine Ausschreibung und anschließend eine Bürgerbeteiligung zur Auswahl der Motive. „Wir bleiben am Ball, um unseren Stadtbezirk attraktiver zu gestalten“, so Hahn. „Insofern sehe ich auch die Gestaltung der Wand am Wupperstollen sehr positiv.“

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