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Willi und Pamina: Zwei Hunde helfen Schülern in Wuppertal beim Lernen

Schule in Wuppertal : Willi und Pamina helfen beim Lernen

Die beiden Pädagogik- Begleithunde besuchen regelmäßig die Realschule Hohenstein.

Willi geht gerne zur Schule. Der achtjährige Mischlingsrüde ist ein geprüfter Pädagogik-Begleithund. Wenn Kathrin Quabach, Conrektorin und kommissarische Leiterin der Realschule Hohenstein, morgens zur Arbeit aufbricht, ist Willi dabei. Er guckt auf ein Hallo im Lehrerzimmer vorbei. Vielleicht trifft er auch seine Hundekollegin, die Border Collie-Hündin Pamina (4) der Sozialarbeiterin Laura Hoffmann. Vor ihm liegt ein richtiger Arbeitstag. Und Willi mag seine Arbeit.

„Willi und Pamina haben unterschiedliche Aufgaben“, sagt Kathrin Quabach. Pamina ist dabei, wenn Kinder mit Problemen zu Laura Hoffmann kommen. „Da wirkt sie als Türöffner“, sagt Hoffmann. „Wenn die Kinder Probleme zu Hause haben, in der Klasse, Ärger mit Freunden, dann fällt es ihnen oft leichter zu erzählen, wenn Pamina dabei ist. Der Einstieg fällt leichter.“ Wenn nötig, steht der Hund zum Kuscheln oder Spielen bereit. Er kann allein durch seine Anwesenheit angespannte Situationen abfedern. „Pamina hat ein sehr feines Gespür für Situationen. Wenn ein Kind weint, dann kommt sie, um zu trösten.“

Es ist leichter, Regeln
für den Hund einzuhalten

Ebenso gehört es zu Willis Aufgaben, bei Beratungsgesprächen dabei zu sein. Er geht aber auch in die Klasse der Quereinsteiger. Dort bereitet Quabach etwa Flüchtlingskinder darauf vor, auf die anderen Klassen verteilt zu werden. Zum Lehrplan gehören nicht nur Deutsch, Lesen, Rechnen und Schreiben, sondern auch kulturelle Themen. „Willi sorgt dabei für eine angenehme Atmosphäre. Es gibt kleine Bewegungspausen, wenn die Kinder mit ihm Kunststücke üben.“ Es stärke ihr Selbstbewusstsein, wenn Willi Sitz oder Platz macht, wenn sie es ihm sagen. „Und sie lernen den respektvollen Umgang mit nicht menschlichen Lebewesen.“ Es sei viel leichter, Regeln einzuhalten, ruhiger zu werden, weil es für den Hund ist. Der bewerte zwar nicht, aber er gehe einfach weg, wenn es doof wird. Da müsse man sich zusammennehmen, damit er wieder kommt.

Kathrin Quabach: „Es ist ganz wichtig, dass sich beide Seiten wohlfühlen.“ Für die Kinder heißt das, keines wird gezwungen. Wenn eines Angst vor Hunden hat, wenn es auf Hund allergisch reagiert, kommt kein Hund zum Einsatz. Und für die Hunde heißt das: Es gibt immer einen Ort, auf den sie sich jederzeit zurückziehen können und der für Menschen tabu ist.

Auch wenn sie ihre Arbeit mögen, „nach einem Einsatz sind sie richtig erschöpft“, sagt Kathrin Quabach. „Darum setzen wir sie auch nicht alle Tage ein.“ Willi hat zwei- bis dreimal die Woche Dienst, Pamina drei- bis viermal. Dabei geben sie alles. Am besten ist es, wenn für Pamina dabei ein Ballspiel herausspringt. Willi legt da eher Wert auf Hundeleckerchen. Quabach: „Im Lehrerzimmer muss ich aufpassen, was die Kollegen mit ihren Wurstbroten machen.“

Und was sagen die Kinder zu den Hunden? „Es ist toll, dass man mit denen spielen und was unternehmen kann“, findet Dina (12), „die machen alles mit.“ „Und wenn man traurig ist“, sagt Aylin (12), „sind sie immer da und trösten. Das ist sehr schön.“ „Die sind so gut erzogen und beißen nicht. Da muss ich keine Angst haben“, sagt Priya (12). Chiara (11): „Man kann Sachen lernen. Zum Beispiel, dass man die Kacke wegmachen muss.“

„Die Hunde wirken sich positiv auf das Klima an der Schule aus“, sagt Kathrin Quabach. Das gelte nicht nur im Hinblick auf die Schüler. Das strahle auch auf die Erwachsene aus. „Und Arbeitsgesundheit ist ja ein ganz wichtiges Thema.“ So helfen die Hunde dabei, dass die Menschen noch besser miteinander auskommen.