Kirche: Wie St. Ludger zur Fahrradkirche wird

Kirche : Wie St. Ludger zur Fahrradkirche wird

Das Erzbistum hat grünes Licht zur Finanzierung des Kirchen-Umbaus gegeben.

Die Ikone wurde bereits feierlich übergeben, in den kommenden Wochen sollen auch die entsprechenden Baumaßnahmen an St. Ludger beginnen. Wie berichtet, wird das katholische Gotteshaus im äußersten Wuppertaler Westen zur Fahrradkirche und Wallfahrtsstätte. Dafür ist die Umwandlung des westlichen Eingangsbereichs in eine kleine Kappelle geplant. Hier wird die eigens angefertigte Ikone der Madonna del Ghisallo -Schutzpatronin der Radfahrer- eine neue Heimat finden. Vor der Kirche sollen Fahrradständer, eine E-Bike Ladestation und Sitzgelegenheiten entstehen.

„Wir hoffen, dass wir alles im Frühjahr über die Bühne bekommen“, sagt Pastoralreferent Werner Kleine von der Citykirche. Der bauliche Aufwand halte sich in Grenzen und das Erzbistum habe gerade grünes Licht für die Finanzierung gegeben. Wenn alles fertig ist, soll die neue Kapelle täglich für Gläubige zugänglich sein. Die Kirche selbst ist dann an den Wochenenden geöffnet. Derzeit wird noch der Einbau einer Glastür zwischen Kappelle und Gotteshaus geprüft, damit Besucher auch an anderen Tagen einen Blick in das denkmalgeschützte Gebäude werfen können.

Das neue Angebot stößt weit über den Stadtteil hinaus auf positive Resonanz. Schließlich liegt die Kirche St. Ludger direkt am offiziellen Verbindungsstück zwischen Nordbahnstrasse und Korkenziehertrasse und ist ein idealer Ort zum Rasten. Neben dem Standort in Wipperfürth-Egen ist sie die erst zweite katholische Fahrradkirche im gesamten Erzbistum.

Dass die Wahl auf St. Ludger fiel, ist auch das Ergebnis eines glücklichen Zufalls. „Ich hatte hier vor mehreren Jahren einmal einen Termin, war aber zu früh vor Ort“, berichtet Werner Kleine. Während des Wartens fiel ihm der erhebliche Radverkehr vor der Kirche auf. „So entstand die Idee“, sagt Kleine, der das Konzept initiiert hat.

Nachdem das Gotteshaus schon länger fester Teil des Wuppertaler Fahrrad Kreuzwegs ist, sei der Ausbau zur Fahrradkirche konsequent gewesen. „Wir haben mit dem Vorschlag bei der Gemeinde offene Türen eingerannt“, erzählt der Pastoralreferent. So seien schnell ehrenamtliche Helfer für die Öffnung der Kirche am Wochenende gefunden worden. „Es ist eine große Chance, diesem Kirchenstandort einen eigenen Schwerpunkt geben zu können“, findet Dirk Baumhof, leitender Pfarrer der katholischen Pfarreiengemeinschaft Wuppertaler Westen.

Dass der langfristige Erhalt von St. Ludger ohne diese Besonderheit gefährdet gewesen wäre, möchte Kleine nicht bestätigen. Er verweist unter anderem auf den Denkmalschutz, durch den ein Verkauf des Geländes und eine Nutzung für Wohnbebauung schwierig seien. „Klar ist, dass die Bedeutung der Kirche jetzt steigt“, so Kleine. Denkbar sei auch die Einrichtung einer festen Fahrradtour zum katholischen Gegenstück in Wipperfürth-Egen.

Auf ausdrückliche Zustimmung stößt die Kapelle mit Rastplatz beim Allgemeinen-Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) für Wuppertal und Solingen. „Das ist eine tolle Sache und eine Bereicherung für das Radwegenetz“, sagt Vorsitzender Klaus Lang. In dieser Form habe das Konzept stadtweit ein Alleinstellungsmerkmal. Der ADFC plant noch die Einrichtung einer Info-Station vor der Kirche.

Kirche hat eine
ungewöhnliche Form

Diese hat für ein sakrales Bauwerk eine sehr ungewöhnliche Form. Sie passt mir ihrer geschwungenen Fassade überhaupt nicht in das gängige architektonische Schema eines katholischen Gotteshauses. Mit dieser runden Bauweise wollte Architekt Rudolf Schwarz das „faltenreiche Gewand Gottes“ symbolisieren. 2017 wurde in St. Ludger das 50-jährige Kirchweihjubiläum gefeiert.

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