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Wie soll Wuppertal in 20 Jahren aussehen?

Wie soll Wuppertal in 20 Jahren aussehen?

Reges Interesse beim Auftakttreffen zur Erarbeitung eines Konzepts für die Stadtentwicklung. Weitere Termine im März, April und Juni.

Gemessen an der großen Resonanz des Abends ist Wuppertal offenbar eine Kommune, in der sich die Bürger in Sachen Stadtentwicklung gerne zu Wort melden und viele Verbesserungsvorschläge haben. Rund 200 Besucher kamen am Montagabend in die Aula der St. Laurentius-Schule, um der Auftaktveranstaltung bei der Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts beizuwohnen. Bis zum Januar kommenden Jahres soll das Konzept vorliegen, immerhin 180 000 Euro lässt sich die Stadt die Erarbeitung kosten.

Vorschläge und Wünsche zur Verbesserung der einzelnen Stadtteile gibt es in Wuppertal bereits reichlich, an die 100 Konzepte und Programme existierten schon, erklärte Oberbürgermeister Andreas Mucke zur Begrüßung. Woran es noch fehle, sei eine Planung, die all diese Programme soweit möglich unter einem Dach vereint. Genau diese Zielvorgabe hat das Integrierte Stadtentwicklungsprogramm, das für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren ganzheitliche Perspektiven formulieren soll.

Und dabei solle auch die Bürgerschaft zu Wort kommen und ihre Expertise mit einbringen. Denn auch wenn die Politik - also Stadtrat und der zuständige Stadtentwicklungsausschuss - das letzte Wort haben, so sind die Wünsche und Vorstellungen der Stadtgesellschaft konstitutiv für den Abstimmungsprozess. Und der ist für einen Zeitraum von zwölf Monaten sehr ambitioniert. Das machte Matthias Rottmann vom Planungsbüro „De Zwarte Hond“ deutlich. Das Büro betreut die Aufstellung des Konzepts in Absprache mit weiteren Institutionen wie der Bergischen Uni und dem Wuppertal Institut.

Das Konzept ist derzeit noch recht offen und muss eingegrenzt werden. Neben den Anregungen aus der Bürgerschaft kann das Planungsbüro dabei auch auf ein Eckpunktepapier zur Stadtentwicklung zurückgreifen, das im vergangenen Jahr vom Rat verabschiedet wurde. Ergänzt werden soll dies nun durch eine möglichst breite Bürgerbeteiligung.

Dazu wurde bereits vor ein paar Wochen die App „Glücklich in Wuppertal“ freigeschaltet: Über die mobile Anwendung können sich Bürger an dem Prozess ihre Anregungen abgeben. Zudem sind für die kommenden Monate drei Zukunftswerkstätten geplant. Über die Internetseite www.zukunft-wuppertal.de können sich Bürger informieren. Zudem ist ein Fotowettbewerb für Schulen geplant, in dem sich Schüler mit der Frage auseinandersetzen sollen, wie sich die Stadt verändert hat.

Die Auftaktveranstaltung in der St. Laurentius-Schule war die erste Gelegenheit, in einem größeren Kreis Ideen und Anregungen zu dem Thema zu sammeln. An Stellwänden konnten die Besucher Wünsche und Kritikpunkte anbringen. Da wurde unter anderem die Frage gestellt, wie man andere vom Umzug nach Wuppertal überzeugen kann, was die Identität in den Stadtteilen ausmacht oder in welchen Quartieren die Einwohner besonders hohen oder besonders wenig Verbesserungsbedarf sehen. Bei den Verbesserungsvorschlägen wurden unter anderem mehr Zugänge zur Wupper gefordert. Und bei einer Landkarte, auf der die problematischen Stellen in der Stadt vermerkt werden konnten, fanden sich vor allem entlang der Talachse viele rote Punkte. Mucke unterstrich, dass er und die Verwaltung bemüht seien, alle Stadtteile gleichberechtigt zu behandeln. Man dürfe allerdings nicht vergessen, dass einige Stadtteile einen größeren Nachholbedarf hätten als andere.