Foodsharing: Wie sich Wuppertal gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt

Foodsharing : Wie sich Wuppertal gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt

Über das Prinzip Foodsharing können übrig gebliebene Lebensmittel abgegeben werden. Und eine App für das Handy verrät, wo es kurz vor Ladenschluss Schnäppchen gibt.

Es gibt immer mehr Möglichkeiten in Wuppertal, sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einzusetzen. Zum Beispiel das „Foodsharing“, das die Verteilung von überschüssigen Lebensmitteln zum Ziel hat. Dafür gibt es Abholorte, die „Fairteiler“. Dort können Wuppertaler ihre übrig gebliebenen Lebensmittel abgeben oder auch kostenlos Lebensmittel mitnehmen. In Wuppertal besuchen freiwillige Helfer wöchentlich Supermärkte, Produzenten und Privathaushalte und holen verwertbare Reste ab. Die abgeholten Lebensmittel werden an fünf Fairteiler-Standpunkten in der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der Bürgerverein Aufbruch am Arrenberg ist einer dieser Standorte. Jeden Donnerstag von 16.30 bis 18 Uhr können Interessenten zum Bürgerbüro kommen. „Die Idee entstand durch die Begeisterung für das Foodsharing. Sie wurde direkt umgesetzt“, berichtet Monika Miche. Sie ist eine der beiden Projektleiterinnen.

Die Lebensmittel werden von der Tafel und einigen nahegelegenen Geschäften abgeholt und zum Bürgerbüro gebracht. Die Lieferanten sind überwiegend türkische oder marokkanische Geschäfte. „Sie freuen sich darüber, dass sie am Ende des Tages keine Lebensmittel wegwerfen müssen und anderen Menschen dabei eine Freude machen können“, so Miche. Zusätzlich gibt es einen Außenkühlschrank vor dem Bürgerbüro, in den jeder Lebensmittel hineinlegen oder welche herausnehmen kann.

 Die Arbeit der freiwilligen Helfer fordert viel Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit - die Foodsharing-Community hat viele Vorgaben, zudem fordert das Gesundheitsamt Hygienezeugnisse, für die viele Auflagen erfüllt werden müssen. Die Idee hat sich jedoch am Arrenberg etabliert. Oft warten schon Menschen vor dem Bürgerbüro, bevor die Verteilungsaktion beginnt. Wegen des zunehmenden Andrangs wurden sogar Abholnummern eingeführt. Am Ende des Tages bleibt von den Lebensmitteln meist nichts mehr übrig. Falls doch, werden die Reste zu Bauernhöfen in der Nähe gebracht, wo sie an die Tiere verfüttert werden.

Eine App hilft gegen
Lebensmittelverschwendung

Die App „To Good to Go“ geht sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht dem Verbraucher, sich über sein Smartphone darüber zu informieren, bei welchen Lebensmittelgeschäften in der Umgebung kurz vor Ladenschluss Reste für wenig Geld zu haben sind. Der „SuperBioMarkt“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Elberfeld zum Beispiel macht bei dem Projekt mit. Auch „Nordsee“ und „BackWerk“ sind dabei. Als erster hatte sich „Ralfs Boxenstop Imbiss“ in der App registriert. „Ich habe bemerkt, dass immer mehr Lebensmittel weggeworfen werden. Als Verkäufer finde ich es wichtig, sich gegen die Verschwendung einzusetzen.“, sagt Ralf Mahr. Mit Erfolg: Seine übrig gebliebenen Lebensmittel sind über die App schnell verkauft.

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