Wie mit der Becherkarte Müll reduziert werden soll

Kampagne „Wuppersaubertal“ : Wie mit der Becherkarte Müll reduziert werden soll

Die Kampagne „Wuppersaubertal“ sagt dem Müll den Kampf an. Mit der Becherkarte soll die Zahl der Wegwerf-Bechern reduziert werden.

In jeder Stunde werden in Deutschland 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht, deren Material nur zu einem Bruchteil recycelt werden kann – so heißt es auf der Webseite der Kampagne Wuppersaubertal. Um die Menge an Müll zu reduzieren, bieten einige Cafés und Bäckereien Rabatt auf Kaffee an, wenn er im eigenen Becher mitgenommen wird. Andere bieten Pfandbecher an, die nach dem Verzehr zurückgegeben werden können.

Welche Lokale in Wuppertal bereits mit gutem Beispiel voranschreiten, kann ab sofort auf einer digitalen „Becherkarte“ eingesehen werden. Zur Veröffentlichung dieser Karte wurde am Freitag zwischen 13 und 18 Uhr auf dem Kerstenplatz gratis Kaffee aus dem Kaffeemobil der Rösterei Kivamo ausgeschenkt – allerdings nur im eigenen Becher. „Wir wollen das Bewusstsein dafür wecken, dass es auch Alternativen zu To-Go-Bechern gibt“, so Julia Deppe, die die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative von ESG und AWG macht.

„Klar ist das ein Problem mit den vielen Bechern“, findet Klaus Lüdemann (Grüne), der seinen eigenen dabei hat. Man dürfe den Effekt einer solchen Aktion bei den Mengen an sonstigem Müll zwar nicht überschätzen, aber es sei ein guter Anfang. „Ich finde das besser als diesen ganzen Plastikmüll“, sagt Astrid Kaszmekat. Allerdings habe sie gehofft, dass es die Becherkarte auch auf Papier gebe. „Darauf haben wir bewusst verzichtet“, entgegnet Julia Deppe. „Flyer landen häufig auch direkt im nächsten Mülleimer.“

Seit dem letzten Wochenende läuft die Europäische Woche der Abfallvermeidung, in deren Rahmen der Aktionstag stattfinden sollte. Dass der Termin ausgerechnet auf den „Black Friday“ fiel, an dem durch zahlreiche Rabattaktionen ein besonderer Andrang in der Stadt herrschte, war ein willkommener Zufall. Der Becher-Aktionstag war die zweite Maßnahme von Wuppersaubertal. „Weitere Aktionen sind zu den Themen Kaugummis, Zigarettenkippen und Hundekot geplant“, erklärt Deppe.

„Die Bäckereien und Cafés, die sich auf der Karte noch nicht wiederfinden, aber auch Rabatt für Kaffee im eigenen Becher anbieten, sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden, damit wir sie eintragen können“, so Julia Deppe. Die Becherkarte ist einsehbar unter wuppersaubertal.de/coffeetogo

Mehr von Westdeutsche Zeitung