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Wie kommen Radler durchs Tal?

Wie kommen Radler durchs Tal?

Der Ost-West-Weg parallel zur B7 ist einer der Wünsche aus dem neuen Radverkehrskonzept. Die Realisierung bleibt aber ungewiss.

Einen komfortablen Radweg durch die Ost-West-Achse des Tals wünschen sich Radler schon seit Jahrzehnten. Im neuen Radverkehrskonzept ist nun neben vielen anderen gewünschten Optimierungen für Radfahrer auch eine Streckenführung über Hünefeldstraße und Wittensteinstraße fixiert.

Damit ist der Grundstein für eine Radverbindung entlang der Wupper gelegt, die eine Alternative für alle werden könnte, die als schwächster Verkehrsteilnehmer nicht über die B7 fahren wollen. Dort sind in den Spitzenzeiten bis zu 500 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs. Das Radverkehrskonzept soll im September dem Rat zum Beschluss vorgelegt werden.

Die schlechte Nachricht für Radfahrer auf der Talachse: Mit der Verabschiedung des Radverkehrskonzeptes ist noch keine einzige Maßnahme wirklich angestoßen, sondern lediglich der Rahmen für die nächsten Jahre gesetzt. „Wünsche“ nennt Norina Peinelt, Fahrradbeautrage der Stadt, die im Konzept fixierten Maßnahmen. Und auch, dass die lückenlose und komfortable Fahrrad-Strecke durch die Talachse mit oberster Priorität umgesetzt wird, möchte Peinelt so nicht bestätigen. „Was am Ende wann umgesetzt wird, ist noch vollkommen offen“, sagt Peinelt. Jede einzelne Maßnahme bedürfe noch einmal einer eigenen politischen Entscheidung. Schließlich sind im Haushalt lediglich 100 000 Euro für den Ausbau des Radverkehrs eingestellt. Peinelt sagt: „Das ist bei so vielen Maßnahmen nicht ausreichend.“ Völlig offen sei daher auch die Planung rund um eine mögliche Parallelstrecke zur B7. Bekommen dort Radfahrer nur einen Schutzstreifen mit gestrichelter Linie oder einen Radstreifen, auf dem Autofahrer nichts verloren haben? Und müssen dafür Parkplätze auf den potenziellen Nebenstrecken gestrichen werden? „Das wird sich alles in der Detailplanung klären“, sagt Peinelt. Zeitplan? „In den kommenden Jahren.“

SPD-Verkehrssprecher Sedat Ugurmann glaubt schon, dass die Umsetzung des Ost-West-Radwegs „schnellstmöglich“ passieren sollte — und zwar über die Parallelstraßen. „Wir glauben nicht, dass die B7 der richtige Weg ist“, sagt Ugurmann. Er könne sich auch eine Lösung vorstellen, bei der man Wittenstein- und Hünefeldstraße mit Tempo 30 auszeichnet, um so die Strecke für Radfahrern attraktiver zu machen.

Hans-Jörg Herhausen will sich als Verkehrssprecher der CDU noch überhaupt nicht für einen Ausbau der Talachse für Radfahrer aussprechen. „Ich sehe da gar nicht so das Problem“, sagt er. Wittensteinstraße und Hünefeldstraße seien jetzt schon gute Alternativen zur B7. Eine Markierung für Radler sei im besten Fall immer dann zu machen, wenn sowieso eine Sanierung der Straße ansteht. „Das kostet natürlich alles Geld“, sagt er.

Für Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt hätte es die Lösung am besten schon gestern geben sollen. „Wenn das Rad im Alltag ankommen soll, brauchen wir eine intuitive Radwegführung durchs Tal“, sagt Grothe. Gerade im Innenstadtbereich finde der Radfahrer einen Flickenteppich vor.